Schweiz

 Kleines Weinbauland mit vielen Spezialitäten  Die Schweiz, bekanntermaßen kein EU-Mitglied, ist mit rund 8 Mio. Einwohnern und etwas mehr als 41.000 qkm Fläche nicht gerade riesig. Umgeben von den EU-Staaten Italien im Süden, Frankreich im Westen, Österreich im Osten (mit Liechtenstein) und Deutschland im Norden, steht die Schweiz jedoch zumindest wirtschaftlich betrachtet außerordentlich gut da - hohe Einkommen, kaum Arbeitslose, hoher Lebensstandard - allerdings auch entsprechende Preise. Dieser Umstand macht auch vor der dortigen Weinbranche nicht halt, die auf rund 15.000 Hektar in oft schwer zu bewirtschaftenden Lagen vor allem im eigenen Land sehr gefragte Tropfen produziert. Vergleichbare Weine sind in den Nachbarländern teilweise bereits für die Hälfte zu haben. Die Schweiz ist in elf offizielle Weinbauregionen eingeteilt, die zwei größten und auch bedeutendsten Regionen liegen in den Kantonen Wallis (Valais) im Südwesten mit rund 5.200 Hektar Rebfläche und Waadt (Vaud) im Westen (ca. 3.800 Hektar). Daneben hat Genf (Genéve) mit 1.350 Hektar, das Tessin (Ticino) mit knapp 1.000 Hektar und das Drei Seen Land (Pays des Trois-Lacs) mit 950 Hektar noch größere Bedeutung. Die restliche Fläche verteilt sich auf Gebiete in den deutschsprachigen Kantonen Zürich, Schaffhausen und Aargau. Kleine Flächen gibt es noch am Thuner See, im Kanton Luzern und im Kanton Graubünden (Bündner Herrschaft). Das verhältnismäßig junge Weingesetz, erstmals 1990 im Wallis umgesetzt, sieht drei Kategorien vor, die sich an französischen Vorbildern orientieren: Die höchste Stufe (Kategorie I) steht für Qualitätsweine mit geschützter Ursprungsbezeichnung (AOC + Region oder Gemeinde), besondere Qualitäten können den Zusatz Grand Cru tragen. Die zweite Stufe (Kategorie II) entspricht ungefähr dem, was in der EU als Landwein mit einer Herkunftsbezeichnung bekannt ist (Vin de Pays). Die dritte und unterste Stufe sind einfache Tafelweine (Kategorie III). Von den in der Schweiz kultivierten, etwa 200 verschiedenen Rebsorten sind regional jeweils nur ganz bestimmte Sorten zugelassen. Im Wallis sind die wichtigsten Pinot Noir (rot, ca 1.800 ha), Chasselas (weiß, ca. 1.650 ha), und Gamay (rot, ca. 959 ha). Das Waadtland ist auf Chasselas spezialisiert, die bei uns Gutedel genannte Sorte steht dort auf 2.600 ha Rebfläche, während Pinot Noir und Gamay mit je rund 500 ha gleichauf liegen. Im Kanton Genf führen Chasselas und Gamay mit je etwa 450 ha (Pinot Noir 120 ha), im Tessin führt mit Abstand der Merlot mit 850 ha. In den deutschsprachigen Gebieten dominieren Pinot Noir, dort als Blauburgunder bezeichnet und Müller-Thurgau, den man hier nach seinen vermeintlich als Eltern angesehenen Sorten Riesling x Sylvaner nennt. PB20140610           

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