prunkfass

 Fass mit einer repräsentativen, reich verzierten Front Prunkfässer wurden - bevorzugt in früheren Jahrhunderten - zu bestimmten Anlässen gefertigt, meist gestiftet oder in Auftrag gegeben von hochrangigen Persönlichkeiten wie z. B. Bürgermeistern oder Adligen etc. Die Front der Fässer wurde dabei mit kunstvollen Schnitzereien versehen, oft auch bemalt oder anderweitig verziert. An den kunsthandwerklichen Arbeiten lassen sich Herkunft und Alter anhand der Abbildungen leicht erahnen. Diese greifen oft zeitgenössische Themen und Personen auf und sind im Stil in der Regel an der jeweiligen Epoche oder einzelnen Moden orientiert. Bisweilen sind auch orientalische oder asiatische Motive zu sehen, die auf den Handel mit den entsprechenden Ländern hindeuten. Meist erhielten die Prunk- oder Zierfässer auch Namen, die sich am Motiv orientierten. Im Bremer Ratskeller findet sich z. B. ein „Löwenfass“ von 1723, ein „Delphinfass“  von 1737, außerdem ein „Drachenfass“ und ein „Affenfass“, jeweils von 1760. Manchmal wurden Prunkfässer auch für Weine aus ganz besonderen Jahrgängen gebaut. So wurde im Jahr 1684 das so genannte Schwedenfass für den damals bereits 150 Jahre alten Jahrtausendwein, ein 1540er Riesling vom Würzburger Stein, gebaut, das der Würzburger Fürstbischof Konrad von Wernau in Auftrag gegeben hatte. Schwedenfass hieß das noch heute im Staatlichen Hofkeller Würzburg zu besichtigende, mit Inschriften versehene Fass deswegen, weil man die noch zahlreich vorhandenen Weinflaschen vor dem im Jahr 1631 heranrückenden Schwedenkönig Gustav Adolf verstecken konnte. Als sie 53 Jahre später wieder auftauchten kam der Inhalt in das neue Schwedenfass.Der älteste noch vorhandene deutsche Fasswein aus dem Jahr 1653, ein Weißwein aus Rüdesheim, lagert in Bremen jedoch in einem nur mit einem alten Schild versehenen Rundfass (Fuder) mit etwa 1.000 Liter Fassungsvermögen. PB20150501

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