Ohrwurm

 Häufig anzutreffendes, wahlweise als Schädling oder Nützling bezeichnetes Insekt Das in der Regel zwischen ein und zwei Zentimeter messende (Flug-)Insekt (die meisten Ohrwurmarten können allerdings nicht fliegen) wird wegen seines räuberischen Vorgehens gegenüber Blattläusen und Raupen einerseits als Nützling betrachtet, andererseits aber seit Mitte der 00er-Jahre auch als Schädling. Die je nach Witterung teilweise unnatürliche Populationsdichte wird von Fachleuten in dem weitgehenden Verzicht auf Insektizide vermutet, noch begünstigt durch die Zunahme von Gassenbegrünungen. Eine unmittelbar schädliche Wirkung entfaltet er dann, wenn er massenweise auftritt und möglicherweise in Ermangelung von Nahrung z. B. an der Rebe besonders weiche, bereits vorgeschädigte Pflanzenteile anfrisst.Allerdings kann der Ohrwurm auch indirekt Schäden anrichten z. B. als Überträger von Fäulniserregern (u. a. über den Kot) und auch als Verursacher von Fehltönen im Wein, wenn die Tiere in größeren Mengen mit in die Traubenverarbeitung (Presse) gelangen. Die beim Zerquetschen als Abwehrsekret abgesonderte Flüssigkeit enthält u. a. den Stoff 2-Methyl-1,4-Benzochinon, der einen merkwürdig rauchigen Geruch nach Desinfektionsmitteln hervorruft. Auch über den Kot, den Ohrwürmer in größeren Mengen auf Beeren hinterlassen, können sich Fehltöne entwickeln. In diesem Fall ist es der darin enthaltene Stoff 2-Methyl-1,4-Hydrochinon, dessen Auswirkung im Wein als muffig bis chemisch beschrieben wird, auf jeden Fall versehen mit einer unangenehm bitteren Note.PB20131104 

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