Nutation

 In der Botanik: Kreisende Bewegung durch ungleiches Wachstum von Pflanzenteilen Die Rebe verfügt als Schlingpflanze über Kletterorgane (Ranken), mit denen sie ihre Stabilität und den aufrechten Wuchs sicherstellt. Die Nutation der Ranken kann als Suchbewegung nach einer geeigneten Stütze interpretiert werden. Die als autonome Bewegung der Pflanze bezeichnete Nutation setzt ein, nachdem sich die junge Ranke ausgerollt hat. Das unterschiedliche Wachstum von Unterseite und Oberseite (schneller) der Ranke allein würde allerdings wieder zum Einrollen der Ranke führen, weshalb ihre Verlängerung in eine Art Spirale mündet. Der Auslöser für das unterschiedlich schnelle Wachstum ist eine Veränderung (Erhöhung) des Turgors (Saugdrucks) in den Pflanzenzellen der Rankenoberseite, was durch eine unterschiedliche Durchlässigkeit der beteiligten Zellmembranen bewirkt wird. Wie bzw. wodurch der eigentliche Reiz für die Turgoränderung ausgelöst wird, ist noch nicht abschließend erforscht. Mechanismen, denen eine Nutation zugrunde liegt, gibt es bei der Rebe auch im Bereich der Triebspitze und der Knospe.PB20131017

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