Nebbiolo

 Alte italienische rote Rebsorte Die sehr alte, heute als Edelrebe bezeichnete Sorte hat ihren bekanntesten Namen (unter den vielen Synonymen) vermutlich aus einem der folgenden zwei Gründe erhalten: Der weiße Belag der bereits reifen Beeren erinnert an Nebel (italienisch nebbia), gleichzeitig ist es typisch für die sehr spät reifende Sorte in den Flusstälern und Hügeln ihrer Heimat im späteren Herbst kaum sichtbar im Nebel zu stehen, bis am Vormittag dann die Sonne hervorkommt. Die im Piemont im Nordwesten Italiens heimische Rebsorte Nebbiolo ist die 100-prozentige Basis der berühmten DOCG-Rotweine Barolo und Barbaresco, in leichteren Versionen werden im Bereich um Alba ebenfalls mit DOCG-Status der Nebbiolo d'Alba und der rote Roero aus der Sorte bereitet. Weiter im Norden Richtung Alpen, wo die Sorte Spanna genannt wird, gibt es noch eine kleine Anzahl weiterer, allerdings sehr kleiner Appellationen, in denen Nebbiolo mit annähernd 100 % Anteil die Hauptrolle spielt wie Gattinara und Ghemme als DOCG-Weine. Dazu kommt eine Reihe von DOC-Weinen mit einem teils geringeren Nebbiolo-Anteil wie Boca (45 bis 70 %), Bramaterra (50 bis 70 %), Carema (bis 100 %), Fara (30 bis 50 %), Lessona (ca. 75 %) und Sizzano (40 bis 60 %). Die Rebsorte bringt in diesen Weinen auch schon bei geringeren Anteilen sehr kräftige und lagerfähige Weine hervor, was neben der Qualität der Rebsorte auch auf einen besonders sorgfältigen und langen Ausbau zurückgeht. Über die Herkunft von Nebbiolo wurde lange spekuliert, jedenfalls soll die Sorte im ersten Jahrhundert nach Christus schon erwähnt worden sein, dann aber erst wieder im 14. Jahrhundert. Eine vor etwa zehn Jahren erfolgte DNA-Untersuchung legt eine Verwandtschaft mit der roten Freisa (vielleicht ein Elternteil) und die weiße Viognier aus dem Rhonetal (wohl ein Cousin) nahe, vollkommen gesicherte Erkenntnisse gibt es jedoch (noch) nicht. Die Rebsorte stellt hohe Ansprüche an das Terroir, das in ihrer Heimat offensichtlich genau die richtigen Bedingungen liefert, was in anderen Regionen der Welt wohl eher nicht der Fall ist, obwohl entsprechende Versuche in Übersee (vor allem USA) immer wieder gemacht werden. Aber eben nur bei den Nebbiolo-Weinen aus dem Piemont stehen im Ergebnis tief dunkle, körperreiche, sehr tanninhaltige und mit einer sehr guten Säurestruktur ausgestattete Weine von großer Aromadichte und Komplexität.PB20131014

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