Mehltau

 Oberbegriff für verschiedene Schadpilze an Kulturpflanzen Man unterscheidet im Weinbau den Echten Mehltau (Oidium tuckeri) vom Falschen Mehltau (Peronospora), die jeder für sich zu verschiedenen Arten gezählt werden. Den Begriff Mehltau für einen (weißlichen) Belag auf Blättern gab es schon lange bevor der Echte Mehltau (1845) und der Falsche Mehltau (1878) aus Amerika eingeschleppt wurden. Er stammt ursprünglich aus dem alt- bzw. mittelhochdeutschen mil(i)tou, was mit Honig zusammenhängt und einen süßlichen Belag bezeichnet. Dieser Honigtau genannte Belag besteht aus Ausscheidungen verschiedener Lausarten, dient anderen Insekten zur Nahrung und ergibt einen sehr schmackhaften Waldhonig; Honigtau ist demzufolge kein Pilz.Der Echte Mehltau gehört zu den Schlauchpilzen; er bildet auf allen grünen Rebteilen einen weißlichen Belag, der sich bei den Blättern auf der Oberseite zeigt und abwischbar ist. Sind auch die Beeren befallen, führt der Echte Mehltau zum Verdorren der Beeren bzw. zum so genannten Samensprung - die Beeren platzen auf. Bereits im Vorjahr befallene Triebe zeigen als einjähriges Holz violett-schwarze Flecken (Oidium-Figuren), überwintert der Pilz in einer Knospe, weist der junge Trieb einen weißen Pilzüberzug auf, der Zeigertrieb genannt wird. Der Pilz gedeiht besonders bei warmen Temperaturen (am besten um 25 °C) und verhältnismäßig hoher Luftfeuchtigkeit, dementsprechend liegt der Infektionshöhepunkt zwischen Mitte Juni und Mitte August. Als geeignete Maßnahmen gegen Oidium empfehlen sich neben einer guten Durchlüftung der Rebzeilen durch Ausdünnen der Laubwand auch vorbeugende und behandelnde Spritzungen mit zugelassenen Spritzmitteln.Der Falsche Mehltau (Peronospora) gehört zu den Eipilzen, die streng genommen gar keine Pilze, sondern algenähnliche Lebewesen sind. Bei bestimmten Witterungsbedingungen (anhaltende Feuchtigkeit und geeignete Temperaturen) breitet sich der Falsche Mehltau schnell aus und führt zum Abwerfen der Blätter und zum Schrumpeln der Beeren. Die Lederbeeren genannten Schrumpelfrüchte entstehen, wenn sich Peronospora auf der Traube ausbreitet. Das Krankheitsbild zeigt sich meist zuerst auf Triebspitzen und Blättern, wo sich auf der Oberseite so genannte Ölflecken bilden, auf der Unterseite hingegen ein weißlicher Pilzbelag. Wenn der Befall intensiv ist, vertrocknen Triebspitzen und Blätter und fallen ab, weshalb Peronospora manchmal auch Blattfallkrankheit genannt wird.  Je nach Zeitpunkt des Befalls können auch die Gescheine (verkümmern und fallen ab) bzw. die jungen Beeren samt Kamm betroffen sein, wo sich ebenfalls ein weißer Pilzrasen bildet. Auf etwas größeren Beeren bildet sich kein Belag, dafür entstehen die meist violettfarbenen Lederbeeren, die ihren Namen dem Erscheinungsbild verdanken: Die Früchte trocknen aus, schrumpeln und entwickeln damit ein ledriges Aussehen. Beeren, die bereits eine Wachsschicht ausgebildet haben, werden von Peronosporasporen nicht mehr befallen. Zur Bekämpfung ist auch hier eine gute Durchlüftung der Laubwand angezeigt, ansonsten müssen die Reben mit geeigneten Spritzmitteln behandelt werden. PB20130810 

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