Malvasia

 Im Mittelmeerraum weit verbreiteter Name für unterschiedliche RebsortenDer Name und wahrscheinlich auch ein Teil der als Malvasia bezeichneten Rebsorten stammen vermutlich aus Griechenland, von wo aus sich die in Farbe und Ausprägung teils beträchtlich unterscheidenden Einzel-Sorten in den Mittelmeerraum verbreiteten. Am geläufigsten sind die weißen Malvasia-Weine, die in der Mehrzahl eher schwere, fast säurearme Weine ergeben und sich zum Ausbau mit deutlicher Süße eignen. Diese Art von Weinen entspricht jedoch heute nicht mehr dem international nachgefragten Weißweinstil, weshalb auch die gängigen Malvasia-Sorten immer mehr verschwinden. Auch in Italien, dem Land mit der höchsten Malvasia-Dichte, ist die Sorte auf dem Rückzug. Früher bildete eine Malvasia-Art zusammen mit Trebbiano den seit den 90er-Jahren allerdings auf ein Minimum geschrumpften weißen Anteil am Chianti, der schließlich seit 2006 endgültig aus den Regularien verbannt wurde. Auch die Bedeutung als tragender Bestandteil z. B. von Frascati (Lazio) hat Malvasia inzwischen eingebüßt. Eine Reihe von Spezialitäten wie z. B. Malvasia delle Lipari haben sich bis heute gehalten und auch in dem berühmten Vin Santo toskanischer Herkunft spielt Malvasia eine tragende Rolle. Nicht zu verwechseln damit ist übrigens der deutsche Name Malvasier, der sowohl bei uns als auch in Österreich den Frühroten Veltliner meint und ehedem als Synonym auch den Traminer bezeichnete.PB20130807

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