Jahrgangstabelle

 Unterschiedlich grobe, regionale bzw. nationale Auflistung der Qualität eines JahrgangsJahrgangstabellen geben immer wieder Anlass zur Kritik. Man versucht, in wenigen Stufen für die Qualität eines Jahrgangs eine bewertende Aussage bezüglich einer ganzen Region zu machen, kann dabei aber zwangsläufig die einzelnen erzielten Ergebnisse nicht erfassen. Wenn man in Kauf nimmt, dass immer wieder Winzern in als schlecht bewerteten Jahren vorzügliche Tropfen gelingen, die vielleicht nicht ganz so lange lagerfähig, dafür aber rechtzeitig getrunken ein wahrer Genuss sein können, kann man sich, wenn es denn sein muss, an solchen Bewertungen grob orientieren. Generell spielen diese Tabellen aber eher für (Rot-)Weine des ziemlich gehobenen Segments eine gewisse Rolle, die als langsam reifend vinifiziert sind - denn dafür sollten die Voraussetzungen bezüglich der Güte des Jahrgangs schon erfüllt sein.Meist werden irgendwelche Symbole wie z. B. Sterne einem bestimmten Jahr zugeordnet und - je nach Herkunft der Tabelle - mit mehr oder weniger freundlichen Begriffen versehen. Eine häufige Variante zeigt maximal vier Symbole, die Begriffe werden zum Beispiel (DLG) so zugeordnet: ein umrandeter Stern = mäßig, ein voller Stern = ordentlich, zwei volle Sterne = gut, drei volle Sterne = sehr gut. Wenn man anhand dieser Zuordnung das Anbaugebiet Württemberg betrachtet, gibt es für die letzten Jahre (von 2000 bis inkl. 2008) folgende Ergebnisse: 2000, 2002 und 2006 waren ordentlich, 2001, 2003, 2004, 2005 und 2008 waren gut und 2007 war sehr gut - allerdings ohne eine Unterscheidung zwischen rot und weiß. Ob das alles stimmt? Ungeachtet der Tatsache, dass solchen Tabellen oft eine persönliche Einschätzung zugrunde liegt oder Tabellen einfach nur irgendwo abgeschrieben werden: Wenn es sich nicht gerade um Spitzen-Châteaux aus dem Bordelais handelt, die in Superjahren das an Geld hereinholen können, was sie in schwachen Jahren weniger bekommen - jeder Winzer, jede Genossenschaft muss die Ernte irgendwie verkaufen, um überleben zu können. Man sollte sich dann überlegen, wie oben bereits angedeutet, Weine aus offensichtlich weniger guten Jahrgängen eher jung zu trinken, nicht zu überlagern und Wein grundsätzlich als Naturprodukt zu akzeptieren, wie man es zumindest in Europa zum Glück noch erhalten kann. PB20130618

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