Herbizide

 Oberbegriff für (Spritz-)Mittel gegen so genannte „Unkräuter“Ob man sie heute im Weinbau wirklich noch braucht, die Unkrautvernichtungsmittel, ob man sie überhaupt jemals gebraucht hat, sei dahingestellt. Jedenfalls hat ein Herbizid die Aufgabe, unerwünschten Grünwuchs - in erster Linie zwischen den Stöcken - ohne die Mühe des Aushackens oder die geringere Mühe des Stehenlassens, zu vernichten. Man unterscheidet zwei Arten von Mitteln, die Breitband-Herbizide und die selektiv wirkenden Herbizide. Eine weitere Differenzierung besteht im Zeitpunkt, an dem das Mittel ausgebracht wird: Boden-Herbizide werden vor dem Austrieb (des Unkrauts) ausgebracht, Blatt-Herbizide danach; man spricht auch von so genannten Vor- bzw. Nachlauf-Herbiziden. Bei den Breitband-Herbiziden unterscheidet man nach der Wirkungsweise: Entweder es wird die Photosynthese oder die Aminosäurebildung verhindert oder das Unkraut wird zu übermäßigem Wachstum angeregt, wodurch es an Nährstoffmangel eingeht. Bei den selektiv wirkenden Mitteln kommen Erkenntnisse im Stoffwechsel einzelner Pflanzen oder Gruppen von Pflanzen zum Tragen. Hier wird angestrebt, konkrete Enzyme bei den Unkräutern zu hemmen. Seit einiger Zeit wird versucht, durch die Zugabe bestimmter Schutzstoffe (Safener) die Nutzpflanzen zu schonen oder zu schützen, indem bei diesen der Abbau des Giftes gefördert wird. Neueste Studien zu Risiken von Herbiziden (untersucht wurden Rückstände von Roundup) legen inzwischen den Verdacht nahe, dass Wirkstoffe über die Nahrung in den menschlichen Organismus gelangen können und sich dort ansammeln. Bei den Lebensmitteln handelte es sich um verschiedene Arten von Gemüse; in Weinen wurden bislang jedoch keine Rückstände nachgewiesen.PB20130606

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