gewann-namen

 Weitere Unterteilung einer Einzellage nach historischen Gewannen Die Einführung von Gewann-Namen auf dem Weinetikett kann zunächst als VDP-internes Problem betrachtet werden. Denn dort ergibt sich aufgrund der Qualitätspyramide, die nach oben immer kleiner werdende Flächen mit einer klassifizierten Einzellage an der Spitze vorsieht, die Schwierigkeit, dass ein als Großes Gewächs bereits verwendeter Lagenname auf keinem anderen trockenen Wein aus der Lage mehr auftauchen kann. Die Gewann-Namen für die Großen Gewächse wären insofern ein Ausweg, weil der Name der Einzellage dann nicht mehr für andere Weine blockiert wäre. Die Verwendung traditioneller Flur- und Gewann-Namen, wie sie noch vor der Flurbereinigung mit entsprechenden Neuregelungen durch das Weingesetz von 1971 möglich war, sollte allerdings zu erheblicher Verwirrung beim Verbraucher führen. Denn Einzellagen mit 5 und mehr Gewannunterteilungen sind durchaus keine Seltenheit. Zu den bereits rund 2.700 deutschen Einzellagen könnte demzufolge ein Vielfaches an Gewann-Namen hinzukommen. Der Zuordnung einer Weinbergsfläche als Einzellage lag die Idee zugrunde, dass ein Lagennamen mit einigermaßen homogenen Böden einhergeht; fünf Hektar ist die Mindestgröße, wenn die Lage von anderen Weinbergsflächen umgeben ist. Isolierte Flächen können demnach auch kleiner sein, aber auch qualitativ herausragende Flurstücke. Die kleinste Lage Württembergs liegt isoliert im Taubertal bei Creglingen und kann gerade einmal eine Fläche von 20 ar vorweisen. Die 1971 in Württemberg vielfach gestrichenen Gewannnamen könnten jedenfalls ein Stück weit wieder aufleben - wie im Rheingau: Dort sind mit dem Jahrgang 2014 schon Weine mit Gewann-Namen zugelassen worden. Die Voraussetzung für eine Zulassung (auf Antrag) ist, dass die jeweiligen Namen noch in amtlichen Urkunden vermerkt sind. PB20150419

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