Flasche

Meist recht handliches, verschließbares Behältnis i. d. R. aus Glas zum Aufbewahren oder Transportieren von Flüssigkeiten (wie z. B. Wein)Es ist gar nicht so einfach, mit ein paar Worten zu beschreiben, was eine Flasche eigentlich ist - fest steht jedenfalls, dass Glasflaschen (und nur mit diesen wollen wir uns hier beschäftigen) für den Umgang mit Wein schon seit langer Zeit eine tragende Rolle spielen. Die Erfindung der Glasflasche fand vor rund 3.500 Jahren wahrscheinlich in Ägypten statt, wo man zum Aufbewahren von Ölen Hohlgefäße entwickelte, die zunächst aus heißen Glasfäden bestanden, die man wohl einzeln um ein feuchtes Tongefäß wickelte. Im 1. Jahrhundert vor Christus kam dann ein findiger Glashandwerker in der Gegend um Tyros (im heutigen Syrien) auf die Idee, ein Glasrohr in den Schmelztiegel zu stecken und etwas Schmelze zu entnehmen und - das war das Geniale - in das Röhrchen zu blasen; was dabei herauskam, war die Erfindung der Glasbläserei. Fortan verdrängte die Glasflasche nach und nach andere Materialien wie Ton oder Metall.Dass Wein schon sehr früh in Glasflaschen gefüllt wurde, kam bei den Ausgrabungen von Pompeij (verschüttet 79 n. Chr.) ans Licht, wo gut erhaltene Exemplare gefunden wurden. Wie so Vieles verschwand die Glaskunst im Mittelalter und kam erst im Italien des 13. Jahrhunderts (in Venedig) zu neuer Blüte. Die Flaschen hatten i. d. R. einen kugelförmigen Körper mit nach innen gewölbtem Boden und langem Hals; diese Form blieb zunächst auch in Frankreich, Belgien und Deutschland erhalten, wo die Flaschenproduktion immer mehr an Bedeutung gewann. Man begann dort im 16. Jahrhundert Flaschen zu entwickeln, die stabil auf dem Tisch stehen konnten, der Körper wurde länger, der Hals schmäler.Mitte des 17. Jahrhunderts entstand in England die erste wirklich geeignete Weinflasche aus Bleikristall; sie hatte eine größere Wandstärke und war deshalb weniger zerbrechlich. Sie verfügte auch erstmals über eine Verstärkung am Flaschenhals, die Bandmündung. Die Flaschen wurden nun in einer Holzform (quasi in Serie) produziert und hatten daher alle einen ungefähr gleichen Rauminhalt. In der Folgezeit (im 18. Jahrhundert) entstanden nach und nach die typischen Flaschenformen für Bordeaux- und Burgunderweine, für Champagner und den Rheinwein. Im 19. Jahrhundert setzt in Europa nach und nach eine halbautomatisierte Fertigung ein, die im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts schließlich komplett automatisiert wurde. Einige der sehr vielfältigen Flaschenformen sind in diesem Glossar extra beschrieben, darunter der Bocksbeutel, die Schlegelflasche, die Bordeaux- und Burgunderflasche, die Albeisa und noch einige mehr.PB20130515 

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