Filtration, Filtrierung

Abtrennen unerwünschter Stoffe aus Most oder Wein mit diversen technischen VerfahrenEs gibt eine Reihe von Möglichkeiten, unerwünschte (feste) Stoffe aus Most oder Wein zu entfernen, ohne sich eines Filters zu bedienen. Dazu gehört der Einsatz von Fliehkraft in rotierenden Separatoren und Dekantern oder das schlichte Absetzenlassen durch Schwerkraft. In vielen Fällen kommen jedoch Geräte zum Einsatz, die man im weiteren Sinn als Filter bezeichnen kann. Auch wenn die Vorstellung einer Filtration geprägt ist von der traditionellen Art des Abtrennens mittels Sieb: Man spricht heute auch bei Geräten, die nicht auf den ersten Blick über das klassische Prinzip des Zurückhaltens aller Partikel, die größer als die Poren des Filters sind, von Filtern. In der Kellertechnik kommen dafür ganz unterschiedliche Gerätschaften zum Einsatz, hier eine kurze Beschreibung:a)  Kieselgurfilter: Für die Filtration von Jungweinen kommen nach dem ersten Abstich oft Kieselgurfilter zum Einsatz. Kieselgur ist ein Süßwassersediment, das zu rund Dreiviertel aus Schalen von Kieselalgen besteht; es ist ein hochporöses Material, das auf Filtersiebe aus Metall aufgeschwemmt wird. Beim Durchströmen der mit Kieselgur bedeckten Siebe werden die Trubstoffe aus dem Wein zurückgehalten. Er ist dann zwar schon blitzblank, aber noch nicht steril.b)  Schichtenfilter: Um einen Wein z. B. vor der Abfüllung keimfrei zu machen, wird gern ein Schichtenfilter verwendet, manchmal in Kombination mit einem Membranfilter. Bei der Schichtenfiltration wird der Wein unter Druck durch rund 5 mm dicke Schichten aus Zellulose gedrückt; weil die Schichten eine Trub- und eine Klarseite haben, muss darauf geachtet werden, dass die Platten in der richtigen Richtung in das Gestell eingehängt werden. Die Filterleistung hängt von der Art der verwendeten Schichten ab.c)  Membranfilter: Membranfilter werden oft zum Druckausgleich noch vor den Schichtenfilter gesetzt. Die Membranen sind Siebe mit winzig kleiner Lochgröße, die zwar meist nur eine geringe Kapazität haben (schnell "zugehen"), aber dafür fast alle Trubstoffe und Mikroorganismen zurückhalten.d)  Cross-Flow-Filter: Bei dieser Art von Filtration wird der Wein mit hoher Geschwindigkeit entlang einer Membran beschleunigt. Das Permeat (was filtriert herauskommt) wird durch diese Membran nach unten abgezogen. Die dadurch an der Membranoberfläche auftretenden (Scher-)Kräfte sorgen dafür, dass das Retentat (was zurückgehalten werden soll) die Poren der Membran nicht verstopft. Manche Weinproduzenten glauben, dass diese Methode für den Wein zu strapaziös ist, andere wissen die rationelle Arbeitsweise dieser Geräte zu schätzen.PB20130514 

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