Ethylen, Ethen

Gasförmige Kohlenwasserstoffverbindung Ethylen (C2H4), auch bekannt als Ethen, ist nicht nur eines der am meisten synthetisch hergestellten Grundstoffe für industrielle Produkte, sondern auch ein von höheren Pflanzen selbst synthetisiertes, gasförmiges Phytohormon, das meist am Ort seiner Produktion hemmend oder fördernd auf bestimmte Abläufe wirken kann und damit u. a. den Alterungsprozess, die Blütenbildung und die Fruchtreife steuert. Die Synthetisierung des Gases geht unter Beteiligung von Enzymen von der Aminosäure Methionin aus und ist abhängig vom Entwicklungsstand des Pflanzengewebes. Die konkrete Wirkung des Ethylens auf pflanzliche Abläufe wurde im Jahr 1901 von dem russischen Pflanzenphysiologen D. Neljubow beim Experimentieren mit Erbsenkeimlingen in einem Labor entdeckt, das einen hohen Ethylenanteil in der Luft aufwies. 1934 gelang der Nachweis, dass Pflanzen das Gas zur Steuerung ihrer Abläufe selbst produzieren. Fördernd wirkt Ethylen (allerdings nicht bei allen Pflanzen) auf Samenkeimung, Bildung von Adventivwurzeln, Blattfall, Erhöhung des Stamm- oder Sprossdurchmessers, Welken und Blütenbildung. Hemmend wirkt es auf das Streckungswachstum, die Öffnung des Cotyledonarhakens (beim Keimen), den IES-Transport (IES = Indol-3-essigsäure, ein zur Gruppe der Auxine gehörendes, wachstumsstimulierendes Phytohormon) und Seneszenz.PB20150407 

Zurück