Bordeaux

Bordeaux-Weine Das Bordelais, wie der Landstrich um die französische Großstadt Bordeaux genannt wird, ist ein großes, weltweit bekanntes und für bestimmte Weine dieser Herkunft auch sehr berühmtes Weinbaugebiet im französichen Südwesten. Die Mengen sind beträchtlich und in jeder Qualität auf dem Markt (80 % Rot-, 20 % Weißwein). Die Einteilung der Qualität geht nach dem Muster immer kleiner werdender geografischer Einheiten, vom gesamten Gebiet Bordeaux bis zum einzelnen Château. Etwa 60 verschiedene Appellationen existieren innerhalb des Anbaugebietes, das mit über 100.000 Hektar Rebfläche zu den größten zusammenhängenden Anbaugebieten weltweit zählt. Je nach Jahrgang werden hier um 6 Mio. Hektoliter Wein produziert, davon entfallen etwa 5 % auf die klassifizierten Châteaux. Die Klassifikation der Châteaux des Médoc von 1855 wird allgemein als Keimzelle der Qualitätsfindung in der Region angesehen. Damals stellten die Weinhändler des Bordelais ein Ranking der Güter nach dem erzielten Durchschnittspreis auf. Allerdings wurde bereits im Jahr 1846 von einem englischen Professor namens Charles Cocks ein umfangreiches Werk mit Beschreibungen und Bewertungen eben dieser Bordeaux-Weine verfasst, das übrigens bis heute verlegt wird und unter dem Begriff „Bordeaux-Bibel“ oder dem Namen des damaligen Übersetzers und späteren Herausgebers „Féret“ bekannt ist. Auch Cocks legte, wie die Makler im Bordelais, die erzielten Preise der letzten 100 Jahre zugrunde – nur eben bereits 9 Jahre zuvor. Der Preis war also entscheidend dafür, in welche Kategorie ein Château eingeordnet wurde, ob es sich Erstgewächs nennen durfte, von denen es damals nur vier gab (seit 1973 fünf) oder „Fünftgewächs“; was gegenüber den nicht klassifizierten, seit den 20er-Jahren Cru Bourgeois genannten Gütern gar nicht so schlecht war; dazwischen tummeln sich die Zweit-, Dritt- und Viertgewächse – so ähnlich würde man jedenfalls die Bezeichnungen von Premiers Crus bis Cinquièmes Crus aus dem Französischen übersetzen. Neben dem Medoc gibt es weitere Regionen innerhalb des Gebiets Bordeaux, deren Weine zum Teil sehr nachgefragt und entsprechend teuer sind und teilweise eigene Klassifizierungen vorweisen können, dann allerdings jüngeren Datums, wie die von Saint-Émilion oder Graves aus den 1950er-Jahren.  Die Rotweine des Bordelais sind in der Regel eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon und / oder Cabernet Franc und / oder Merlot - in welchem Verhältnis entscheiden die einzelnen Châteaux nach Bestand und Jahrgang. Zugelassen sind außerdem die Sorten Malbec, die im weiter südöstlich gelegenen Cahors allerdings bessere Ergebnisse erzielt, die immer seltener anzutreffende Petit Verdot und Carmenère, die sich in Chile gut entwickelt. Bei den weißen Sorten handelt es sich meist um Sémillon, Sauvignon Blanc und Muscadelle. Die besten trockenen Weißweine stammen aus dem Gebiet Graves, die berühmten Süßweine stammen aus dem kleinen Bereich Sauternes. Die meisten einfachen, aber ordentlichen Weißweine wachsen in dem Gebiet Entre-deux-Meres.PB20130328 

Zurück