1954er

Nach einem in ganz Mitteleuropa verregneten Sommer gab es zwar reichlich Trauben - 3,1 Millionen Hektoliter war die Gesamternet, 52,6 der Hektardurchschnitt -, aber der Wein war mäßig bis sauer. Der Deutsche Weinbauverband hielt seinen Kongreß in Heilbronn. Ein rheinhessisches Mädchen, Erika Hoffmann aus St. Johann, wurde die Weinkönigin jenes Jahres. Und zum ersten Mal wurde eine andere Würde verliehen: der Weinkulturpreis. Aber nicht eine Person oder Institution bekam die Auszeichnung, sonder der Film Moselfahrt aus Liebeskummer. Allerdings wurde auch der 1938 gestorbene Autor der Novelle, Rudolf G. Binding, nicht vergessen: In Traben-Trarbach an der Mosel setzte man ihm einen Gedenkstein. F.A. Cornelssen veröffentlichte Das Buch vom deutschen Wein. Im Bonner Bundestag billigte die Mehrheit eine Wehrergänzung zum Grundgesetz und stellte damit die Weichen für die Bundeswehr. Aber das eigentliche Thema des Jahres für alle rechten Deutschen spielte sich ganz woanders ab, nämlich auf einem grünen Rasen in Bern:Dort siegte Sepp Herbergers Fußballmannschaft über Ungarn und wurde Weltmeister. [Quelle: ] Württemberische Weinkönigin: Paula Striffler (später Melchior), Kochersteinsfeld

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