1948er

Mit 2,19 Millionen Hektolitern - 42,7 je Hektar - war es eine recht gute Ernte. Die Qualitäten waren im Rheingau und im Rheinhessischen nicht besonders, ansonsten mittel bis gut. Mit der Währungsreform in Ost- und Westdeutschland konnte der Wiederaufbau der Wirtschaft einsetzen.Die im Marshall-Plan festgelegte amerikanische Europahilfe sah tausend Millionen Dollar für Westdeutschland vor. Berlin wurde geteilt. Als sich die Sowjets nicht mit ihrem Sektor zufriedengeben wollten und die Stadt blockierten, richteten Amerikaner und Briten eine Luftbrücke ein und versorgten den Westteil Berlins. Allmählich begannen die Winzer, die vielen brachliegenden Rebhänge wieder zu bepflanzen, zumal auch die Nachfrage nach Wein sich spürbar verstärkte. In Freiburg wurde der Badische Weinbau-Verband gegründet. In Johannisberg im Rheingau betrieb Graf Matuschka-Greiffenclau die Bilder Arbeitsgemeinschaft der deutschen Weinbauverbände für den 1934 aufgelösten Deutschen Weinbauverband. Aus der Arbeitsgemeinschaft der ländlichen Genossenschaften, die sich im Vorjahr formiert hatte, wurde wieder der Deutsche Raiffeisen-Verband. Die Deutschen waren sehr mit sich und ihrem Überleben beschäftigt, aber diese beiden Nachrichten bewegten sie doch: Nebenan sozusagen, in den Niederlanden, wurde Juliana Königin, und im fernen Indien wurde Mahatma Ghandi, der gewaltlose Kämpfer die Unabhängigkeit seines Landes, von einem Attentäter gewaltsam getötet.

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