stumpf

 Bei manchen Rotweinen ein Gefühl wie von feinsandige Tannin, das „hinter den Zähnen“ bleibtIm positiven Fall, also dann, wenn das Stumpfe nicht auf einen Weinfehler (z. B. UTA) oder einen Weinbehandlungsfehler (z. B. Überschwefelung) zurückgeht, sind in manchen, jüngeren bzw. jungen Rotweinen tatsächlich Tannine am Werk, wenn dieses Gefühl auftritt. Es handelt sich um eine über den Trigeminus-Nerv wahrgenommene Adstringens, ein Zusammenziehen der Mundschleimhäute, die auf seltsame Weise auch hinter den Zähnen spürbar wird und dort eine Weile anhält. Beteiligt ist dabei wesentlich der Speichel, dessen Eiweiße mit den Tanninen reagieren und die ansonsten vorhandene Schmierwirkung reduzieren. Zudem hängt das stumpfe Gefühl auch vom Grad der Polymerisierung der Tannine und deren Mengenverhältnis zu den Anthocyanen ab.Bezieht sich stumpf hingegen auf eine optisch wahrnehmbare Eigenschaft, dann wird damit die Klarheit oder auch die Leuchtkraft eines Weins beschrieben - und das heißt meist nichts Gutes: Ein Wein sollte nämlich leuchtend klar bzw. brillant sein, auf jeden Fall nicht stumpf. Denn dann liegt in der Regel ein Weinfehler vor, es sei denn, der Wein wurde bewusst nicht filtriert, was jedoch eher die Ausnahme ist.PB20140427

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