Sonnenbrand

 Je nach Entwicklungsstadium unterschiedliche Schädigungen der Beeren durch SonneneinstrahlungStarke Sonneneinstrahlung ruft vor dem Reifebeginn deutlich abgegrenzte, zunächst gelbe, später rötlich braune Flecken auf der Beerenhaut hervor, die durch die Austrocknung der unteren Schichten mit einer leichten Eindellung einhergehen. Nach Reifebeginn kommt es ebenfalls zu Verfärbungen, jedoch ohne Dellenbildung. Sind die Beeren reif, kann es zu kompletten Einschrumpelungen ähnlich wie bei Peronospora führen. Sind auch Stielgerüste betroffen, stirbt in der Regel die ganze Traube ab, was manchmal mit Stiellähme verwechselt wird. Zu Verwechslungen kann es bei Sonnenbrand auch mit der Schwarzfäule kommen, die allerdings an den deutlich ausgeprägten Fruchtkörpern (Pyknidien) zu erkennen ist.Je kleiner Beeren sind, desto weniger anfällig sind sie gegen Schäden, vor allem im Hinblick auf Wasserverluste, auch wenn es Beispiele gibt, bei denen dieser Zusammenhang bisweilen nicht festzustellen ist (Riesling!). Starke Temperaturschwankungen, die in manchen Jahren verstärkt auftreten, tragen generell zu einem größeren Ausmaß an Schäden bei, weil die Beerenhäute (Wachsschicht) keine Zeit haben, sich anzupassen. Trauben mit stark geschädigten Beeren sollten zur Weinbereitung aussortiert werden, weil verstärkt Phenole abgegeben werden, ein spürbar bitterer Geschmack auftreten kann.Als Maßnahme gegen eine allzu starke Auswirkung von Sonnenbrand wird empfohlen, Traubenzonen möglichst früh im Jahr freizuschneiden, damit sich die Häute rechtzeitig an sommerliche Einstrahlungen und Temperaturschwankungen gewöhnen können. Zudem sollte die Entblätterung verstärkt auf der sonnenabgewandten Seite vorgenommen werden. Auch die temporäre Abdeckung der Sonnenseite mit Folien, wie es in einigen Überseeländern üblich ist, könnte eine Hilfe sein, ist aber arbeitsaufwändig und teuer. PB20140629 

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