Silberlöffel

 Besteckteil, von dem angenommen wird, es könne Kohlensäure wirksam am Verlassen von geöffneten Schaumweinflaschen hindernWer einst das Hausrezept aufgebracht hat, mit einem Silberlöffel Kohlensäure in Sektflaschen o. Ä. zurückzuhalten, ist ungewiss, fest steht nur eines: Es hilft (praktisch) nicht. Der Grund dafür ist, dass die Idee hinter dem Silberlöffel-Einsatz zwar theoretisch nicht ganz falsch ist, sich aber in der Praxis nicht spürbar auswirkt. Die Idee beruht nämlich auf der bekannten Tatsache, dass sich Kohlendioxid in kalten Flüssigkeiten (z. B. Sekt) besser löst als in warmen. In der Hoffnung zu verhindern, dass die Grenzschicht des Sektes mit der Luft in der Flasche erwärmt wird und somit mehr CO2 ausströmt, wird also ein Silberlöffel in den Flaschenhals gesteckt, auf dass das Silber des Löffels die Wärme aus dieser Luft aufgrund seiner guten Wärmeleitfähigkeit entnehme und nach außen leite. Zumindest, wenn die geöffnete Flasche im Kühlschrank aufbewahrt wird (wo sie ja unbedingt wegen der geeigneten Trinktemperatur stehen sollte), kühlt die Luft - wie aufwändig durchgeführte Messungen in unabhängigen Labors ergaben - mit oder ohne Löffel so gut wie gleich schnell und auf dieselbe Temperatur ab. Da es anscheinend oft vorkommt, dass Sekt- oder gar Champagnerflaschen nach dem Öffnen nicht sofort komplett gelehrt werden, sollten für solche Fälle geeignete Stopfen bereitgehalten werden, die das Ausströmen von Kohlensäure tatsächlich wirksam verhindern - zumindest bis zum nächsten Tag. PB20140625

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