Sensorik

 Wahrnehmung bestimmter Eigenschaften (eines Weines) mit den Sinnen Die Sensorik ist zusammen mit der Analytik die wichtigste Disziplin zur Einschätzung bzw. Bewertung eines Weines. Sie setzt auf die Wahrnehmung, die mit Auge, Nase und Mund möglich ist, wozu neben dem reinen Betrachten eines Weines im Hinblick auf Farbe und Klarheit, der Aufnahme von Gerüchen und der Zuordnung von Geschmäckern auch das Spüren mithilfe des Trigeminus-Nervs gehört, was einer Art Tasten entspricht. Details dazu finden sich unter den jeweiligen Stichwörtern wie Farbe, Geruch, Geschmack oder Haptik etc. Zur Abgrenzung gegenüber dem Begriff organoleptisch siehe dort. Ein wichtiger Punkt im Zusammenhang mit Sensorik sind die einzelnen Verfahren, in deren Zug Wein mit den Sinnen erfasst wird, wozu z. B. bestimmte Arten von Proben gehören wie Blindproben, Dreieckstests oder auch Proben, die sich nur auf einen Jahrgang oder ein Weingut beziehen; und auch Untersuchungen zur Beeinflussung der Sinne durch äußere Bedingungen gehören dazu. Die Frage, welchen Einfluss das Sehen eines Weins auf Riechen und Schmecken hat, kann erweitert werden durch die Überlegung, ob bzw. wie ein Verkoster durch Umgebungslicht, Umgebungstemperatur oder ganz generell durch das Ambiente in seiner Wahrnehmung beeinflusst wird. Dazu gibt es eine Reihe von Studien, mit denen wir uns an anderer Stelle befassen. Da der Erfolg der Sensorik natürlich stark von den individuellen Fähigkeiten des Verkosters abhängt, ist es wichtig, dass dieser erstens geübt und erfahren ist und zweitens über gesunde, funktionsfähige Sinne verfügt. Zum Lernen steht eine Reihe von Hilfsmitteln zur Verfügung, angefangen bei Sensorik-Koffern mit Geruchs- und Geschmacksbeispielen über Aroma-Räder (siehe dort), auch Räder für das Mundgefühl gibt es (siehe dort), beides für alle möglichen Gegebenheiten (Rotwein, Weißwein, Wein aus Australien, Wein aus Kalifornien etc.) bis zum schlichten Vergleich mit den Originalgeschmäckern und -gerüchen, die man aus dem täglichen Leben kennt. Wie sich beim Verkosten von Weinen mit einer Mischung aus der unmittelbaren sensorischen Wahrnehmung, einigen Grundkenntnissen und ein wenig Erfahrung für einen interessierten Laien gute Ergebnisse erzielen lassen, kann unter dem Stichwort Verkosten nachgelesen werden.PB20140408 

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