Schwarzfleckenkrankheit

 Durch den Schadpilz Phomopsis viticola hervorgerufene Rebkrankheit Der in Europa erstmals Anfang der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts aufgetauchte Pilz befällt alle Teile der Rebe. An den grünen Trieben zeigt sich der Pilz als kleine, längliche Streifen, die mit zunehmendem Wachstum aufreißen und im einjährigen Holz zu charakteristisch ovalen Kahlstellen führen. Die Blätter zeigen helle Flecken mit einem schwarzen Punkt, was bei hohem Befallsdruck zum Absterben der Blätter führt, ebenso wie bei befallenen Gescheinen. Das Schadbild bei Beeren zeigt sich in einer violetten Verfärbung, die mit Schrumpeln einhergeht, ähnlich wie bei Falschem Mehltau. Gegenüber den zunächst noch verkraftbaren Ernteausfällen ist der Schaden am Rebstock selbst fast noch größer, weil die Triebe verkahlen und befallene Stämme zum Absterben der Pflanze führen. Der Pilz überwintert unter der Rinde des alten Holzes und keimt im Frühjahr aus so genannten Pyknidien (Fruchtkörpern), wenn es ausreichend warm (ideal zwischen 22 und 24 °C) und feucht (ca. 85 %) ist. Als Bekämpfung eignen sich wetterabhängig Spritzungen des jungen Grüns, die mit eventuell notwendigen Spritzungen gegen Mehltau im Verlauf der Vegetationsperiode entfallen können. Zur Vorbeugung kann für eine gute Durchlüftung der Laubwand gesorgt werden, damit Feuchtigkeit schnell abtrocknet; auch ein sorgfältiger Verschluss von Wunden an der Rebe verhindert ein Eindringen des Pilzes wirksam. PB20140608   

Zurück