Schwarzfäule

 Aus Amerika stammender Schlauchpilz (Guignardia bidwellii) Der im späten 19. Jahrhundert nach Europa (Frankreich) gelangte Schadpilz benötigt eine milde, feuchte Witterung, um sich ausbreiten zu können. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, kann der Pilz verheerende Schäden im Weinberg anrichten, die zu einem annähernd 100-prozentigen Ausfall der betroffenen Areale führen kann. In Deutschland tritt der Pilz verstärkt seit etwas über zehn Jahren und bevorzugt im bestimmten Anbaugebiet Mosel auf. Als Brutstätten in denen die Pilzsporen überwintern können, gelten die so genannten Mumien, das sind bereits befallene, eingetrocknete Beeren, die entweder am Boden oder bis zum Rebschnitt auch an den Rebstöcken verbleiben können. Die erst bei relativ hohen Temperaturen (um 26 °C) und einer recht hohen Luftfeuchtigkeit in so genannte Pyknien (Fruchtkörper) keimenden Sporen befallen alle Pflanzenteile, von den Trieben (schwärzliche Nekrosen) und Stielen über die Blätter (bräunliche Flecken) bis zu den Beeren, wo eine typische grau-schwarz-bräunliche Färbung auftritt, die Beeren trocknen ein. Der Befallsdruck geht mit abnehmender Temperatur wieder zurück, was bis zur Beerenreife andauern kann. Die Schwarzfäule macht vor keiner Rebsorte halt, auch nicht vor Piwis wie z. B. Regent. Zur Bekämpfung sind verschiedene Maßnahmen angesagt. Die häufigste Methode ist eine Beimischung eines gegen Schwarzfäule wirkenden Fungizids zu Spritzungen gegen andere Pilze (Roter Brenner, Falscher und Echter Mehltau etc.). Eine weitere Maßnahme ist die konsequente Beseitigung von Infektionsherden wie geschnittenes Holz, auch die Rodung von Drieschen (ungenutzte, noch bestockte Rebflächen) dient der Vorbeugung. PB20140608 

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