schoppen, schoppenstecher

 Regional auch als Viertele bezeichneter, meist einfacher, aber angenehm zu trinkender Wein Schoppen sind Weine, die in der Regel glasweise (meist 0,25 l) ausgeschenkt werden und bei Weinfesten, in Weinkellern oder sonst wo sehr gefragt sind. Berühmt ist auch der so genannte Frühschoppen, der - in der Regel stammtischartig - sonntags nach der Kirche, aber noch vor dem Mittagessen eingenommen wird. Der Schoppenstecher ist ein Mensch, der beim Schoppentrinken regelmäßig das rechte Maß verfehlt und somit in einer Reihe steht mit dem Suffkopp, dem Trunkenbold und dem Schluckspecht. Nach seiner Herkunft ist der Schoppenstecher ein Mainzer, nämlich ein solcher, der schon ab dem späten Nachmittag in einer Weinstube seine Nase in eine Mainzer Stange (ein Trinkglas) hineinsticht.  Das Wort Schoppen entstammt dem Niederdeutschen, wo es mit dem Verb schöpfen verwandt ist. Allerdings wurde das Schöpfen erst zum Schoppen, nachdem es über Frankreich, wo man aus der Tätigkeit ein Substantiv machte, nämlich das Gefäß Chaupine, wieder nach Deutschland zurückkam. Erst hier hat der Schoppen dann sein Fassungsvermögen von 0,25 l erhalten. Allerdings ist diese Menge regional nicht verbindlich, in Rheinhessen kann ein Schoppen 0,4 l umfassen, weshalb die oben erwähnte Mainzer Stange auch mit 0,4 Litern Wein befüllt wird. In Frankfurt, wo der Inhalt eines Schoppens grundsätzlich aus Apfelwein besteht, bekommt man mit Glück noch ein 0,3-l-Geripptes.  PB20140607

Zurück