Schattenjahrgang

 Ein sehr guter Jahrgang, der qualitativ jedoch im Schatten eines noch besseren steht Als Schattenjahrgang wird ein Jahrgang bezeichnet, der, für sich betrachtet, sehr gut sein kann, aber im Schatten eines angeblich noch viel besseren, nämlich exorbitanten Jahrgangs unmittelbar davor oder danach steht und somit eventuell unterbewertet wird. Das kann sich wiederum auf die Preise auswirken, was aber fast nichts macht, weil exorbitante Jahrgänge bekanntermaßen für ein entsprechendes Polster sorgen (können). Beachten muss man dabei natürlich, dass ein Schattenjahrgang, der vor einem exorbitanten Jahrgang liegt, stark im Vorteil gegenüber einem diesem folgenden Jahrgang ist, weil man von dem exorbitanten Jahrgang ja noch gar nichts weiß, das kommt dann erst später, wenn sich die Bewertungen überschlagen. Die große Mehrzahl der Winzer und Genossenschaften ist natürlich darauf angewiesen, jedes Jahr ihren produzierten Wein für ein angemessenes Geld verkaufen zu können, auch wenn sich die Bewertungssternchen nicht so häufen, die Arbeit ist schließlich gemacht und wirklich schlecht sind diese Weine ja gar nicht. Vielleicht sollte man sie einfach rechtzeitig trinken, wenn sie noch Frucht, Frische und Jugend haben und wartet mit dem oft riskanten und irgendwie sowieso überschätzten Einlagern auf den nächsten Schattenjahrgang, der dann einen zwar unterschätzten, aber bezahlbaren Schattenwein hervorbringt. PB20140601 

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