scharf, schärfe

 Taktile Wahrnehmung, ausgelöst durch zu viel Säure, Kohlensäure, Alkohol oder bestimmte Weininhaltsstoffe Der Hinweis auf die taktile Wahrnehmung am Gaumen, ermöglicht durch den Trigeminusnerv, zeigt, dass Schärfe - oft verbunden mit einem Wärmegefühl - keinen Geschmack im klassischen Sinn darstellt. Der Auslöser für Schärfe kann ganz unterschiedlicher Natur sein und wird neben scharf durchaus mit alternativen Begriffen belegt. So kann beispielsweise eine gewisse Schärfe, die durch zu hohe Säurewerte entsteht, auch als kantig oder eckig, manchmal als unreif bezeichnet werden, jedenfalls solange der Wein dabei noch einigermaßen trinkbar ist; ansonsten ist er schlicht sauer. Zuviel Kohlensäure bewirkt - meist in Rotweinen - ein störend scharfes Gefühl, das man auch treffend mit unangenehmes Bizzeln beschreiben kann; hier liegt ein Produktionsfehler nahe. Hat ein Wein im Verhältnis zu seinen anderen Inhaltsstoffen einen herausschmeckbar zu hohen Alkoholgehalt, dann ist er brandig, was ebenfalls mit Schärfe assoziiert wird und bisweilen auf unvorsichtiges Chaptalisieren zurückzuführen ist. Bleiben noch einige besonders in manchen Rotweinen enthaltene, im Übrigen rebsortentypische Verbindungen wie z. B. Pyrazine (u.a. in Cabernet Sauvignon), die eine gewisse Schärfe ausmachen, wie man sie von milder Paprika kennt. Das ist dann, wenn es nicht zu viel ist, die einzige Art von Schärfe, die in einem Wein tatsächlich etwas zu suchen hat.PB20140321

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