Sauternes

 Französische Appellation südöstlich von Bordeaux, weltbekannt für ihre Süßweine Das kleine Sauternes und das noch kleinere, nördlich angrenzende Barsac sind berühmt für ihre edelsüßen Weißweine, die teils astronomische Preise auf dem Weltmarkt erzielen. Auf der gemeinsam rund 2.250 Hektar großen Rebfläche werden die Rebsorten Sémillion (Anteil im Wein 70 bis 75 %), Sauvignon Blanc (20 bis 25 %) und auch etwas Muscadelle kultiviert. Die Herstellung der Weine ist relativ aufwändig, der Ertrag ist auf 25 hl/ha begrenzt, was von den führenden Herstellern jedoch oft unterschritten wird. Ein weiteres wesentliches Kriterium für die außerordentliche Qualität der Weine ist - neben einem vorgeschriebenen Mindestalkoholgehalt von 13 % Vol. - der Botrytispilz, weshalb sich die Lese oft bis in den November hineinzieht. Zur weiteren Verbesserung der Mostqualität ist seit 1985 die so genannte Kryoextraktion erlaubt, bei der die Beeren beim Keltern durch das Einfrieren einen konzentrierten, zuckerreichen Most abgeben, weil das gefrorene Wasser wegfällt. Es heißt, dass die Methode nur bei besonders ungünstigen Bedingungen im Weinberg angewendet würde. Im Prinzip bewirkt die Kryoextraktion denselben Effekt, der auch bei der Eisweinbereitung in Deutschland zum Tragen kommt, nur dass die Beeren bei uns natürlichen Frost am Rebstock erleben - oder nicht, und dann gibt es eben keinen Eiswein! Die Weingüter in Sauternes und Barsac sind - wie die Châteaux des Medoc - seit 1855 klassifiziert. Angeführt wird die Rangliste von Château d'Yquem, das als einziges in der Kategorie Premier Cru Supérieur gelistet ist. Die nächstniedrigere Einstufung ist Premier Cru Classé mit 11 Weingütern, gefolgt von der Kategorie Deuxième Cru Classé mit 15 Weingütern. Die berühmten Weine von Château d'Yquem sind seit 1985 immer wieder unfreiwillig Gegenstand ausgedehnter Rechtsstreitigkeiten unter Sammlern uralter Kreszenzen aus diesem Weingut. Es geht dabei um die so genannten Jefferson-Weine von 1784, benannt nach dem späteren amerikanischen Präsidenten, der in Paris in der fraglichen Zeit Botschafter war und wegen einer besonderen Gravur als damaliger Besitzer der Weinflaschen galt oder gilt. Diese Flaschen haben ab 1988 im Zuge etwas unübersichtlicher Aktionen wohl für viel Geld den Besitzer gewechselt - allein: Mehrere Gutachten zweifeln die Echtheit der Tropfen an, sowohl was das Alter des Weines angeht, als auch das Alter der Gravuren, die angeblich auf Jefferson hinweisen. PB20140510 

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