Sauerwurm

 Zweite Traubenwicklerlarven-Generation im SommerSowohl der Bekreuzte als auch der Einbindige Traubenwickler (Insekten aus der Ordnung der Schmetterlinge) bringen Larven hervor, die in zwei, seltener in drei Generationen im Juni die Gescheine schädigen (Heuwurm, siehe dort) und Anfang August die Trauben (Sauerwurm). Die dritte Generation wird Süßwurm genannt, taucht aber nur in sehr warmen Regionen im September auf und spielt bei uns (noch) keine große Rolle. Der Sauerwurm frisst hauptsächlich in den noch unreifen Beeren, wohin er durch charakteristisch angelegte Bohrlöcher gelangt. Diese Löcher sind ein ideales Einfallstor für den Botrytispilz, was in diesem frühen Entwicklungsstadium zu Sauerfäule, auch Rohfäule genannt, führt (siehe dort) und erheblichen Schaden anrichtet.Die Bekämpfung des Sauerwurms ist jedenfalls ungleich dringender als die des Heuwurms. Die Schadensschwelle wird bei ungefähr vier Raupen pro 100 Trauben angenommen. Angewendet werden dann mehrere Spritzungen gegen die Eier (ovizide Spritzfolge) und später gegen die Larven (larvizide Spritzfolge) oder eine Kombination aus beiden. Um den richtigen Zeitpunkt für die Spritzungen zu ermitteln, wird in kleinen Käfigen der Flug der Motten, die Eiablage und der Schlupf der Raupen beobachtet. Der Warndienst kann dann anhand der Beobachtungen relativ zeitnah Empfehlungen für die Behandlungen herausgeben. Auch der Einsatz von Pheromonfallen kann eine gute Maßnahme sein, weil man damit das Ausmaß des Befalls ermitteln kann.Vorbeugende Maßnahmen bestehen im Einsatz von natürlichen Feinden der Motte wie Ohrwurm, Spinnen, Raubwanzen, Marienkäfer, Florfliegenlarven, Schlupfwespen u. a.; auch das Verwirren der Männchen durch entsprechende Pheromone kann helfen, den Befalldruck etwas zu reduzieren.PB20140509

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