Sangiovese

 Italienische rote Rebsorte Die in der Toskana heimische, manchmal als edel eingestufte Rebsorte ist die Grundlage einer Reihe von berühmten italienischen Rotweinen wie Chianti Classico (siehe dort), Vino Nobile di Montepulciano oder Brunello di Montalcino (siehe dort), bei dem aus der Sorte bereits im späten 19. Jahrhundert eine sehr gelungene Klonselektionierung durchgeführt wurde. Während Sangiovese z. B. im Chianti früher zusammen mit weiteren einheimischen Sorten nur die Leitsorte darstellte, wird der Rotwein heute mehr oder weniger sortenrein oder mit einem Anteil Cabernet Sauvignon bereitet. Eine andere Weinkategorie, in der Sangiovese eine bedeutende Rolle spielt, sind die so genannten Supertuscans (siehe dort), das sind Rotweine, die nicht nach den Vorschriften für italienische Qualitätsweine hergestellt sind, gleichwohl über eine enorm hohe Qualität verfügen, was sich auch im Preis stark bemerkbar macht. In diesen nach oenologischen, aber auch nach marketingorientierten Gesichtspunkten vinifizierten Weinen kann Sangiovese seine Talente gut ausspielen. Die Weine sind im Idealfall kraftvoll und elegant mit Tiefe und Struktur mit einem typischen Duft nach Veilchen und einer schönen Johannisbeerfrucht am Gaumen. Dabei sind sie oft ungewöhnlich langlebig und werden immer häufiger auch im Barrique ausgebaut, was allerdings nicht immer von Vorteil ist.Auch in anderen Regionen Italiens kommt Sangiovese zum Zug wie in den Marken (z. B. Rosso Conero u.a.), erreicht aber nicht überall die Klasse der toskanischen Gewächse. Sangiovese kann dann seine sehr kräftige Säurestruktur nicht verbergen und bringt - vor allem in weniger guten Jahren - zwar süffige Weine hervor, die aber relativ wenig Körper aufweisen und dann gerade noch als Wein für alle Tage durchgehen. PB20140317

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