sabrieren, sabrage

 Heute eher unübliche Vorgehensweise, eine Champagnerflasche mit dem Säbel zu öffnenEs gibt eine Vereinigung, die sich ausschließlich mit dem Öffnen von Champagnerflaschen unter Zuhilfenahme eines Säbels (Sabre) beschäftigt. Es ist die Confrérie du Sabre d’Or, 1986 in der Champagne gegründet, mit einer Reihe internationaler Ableger z. B. in der Schweiz oder in England. Die Bruderschaft pflegt damit eine Sitte (die Sabrage), deren Höhepunkt sicher die Zeit der erfolgreichen napoleonischen Feldzüge war, angewendet wurde der Brauch bereits früher.  Die Legende besagt, dass Napoleon jede gewonnene Schlacht mit Champagner begossen hätte; angeblich öffnete er die Bouteillen dabei jedes Mal stilecht mit seinem Säbel. Da der forsche Korse ziemlich viele Schlachten gewann, muss er diese Technik schon bald gut beherrscht haben. Es ist nicht bekannt, wie er selbst dabei vorgegangen ist, aber man kann nachlesen, wie man es machen sollte, ohne sich oder jemand anderen dabei allzu schwer zu verletzen. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass der Champagner sehr kalt ist, ca. 3 °C, sonst kann der Kork evtl. herausgedrückt werden, ohne dass der Säbel zum Einsatz kommt. Nach Abnehmen der Agraffe entfernt der Säbelbruder (Sabreur) entlang einer der beiden Pressnähte der Flasche die Folie am Flaschenhals. Mit dem Daumen im Punt, der Auswölbung am Flaschenboden, hält er die Flasche mit den übrigen Fingern fest umschlossen und streckt den Arm aus. Er hält die Flasche dabei nach oben zeigend so geneigt, dass sie mit der Horizontalen einen Winkel von etwa 30 Grad bildet.  Nun achtet er darauf, dass sich wirklich niemand mehr in Reich- bzw. Schussweite befindet. Er setzt den Säbel mit der scharfen Seite oder auch mit dem Rücken nach vorn (da scheiden sich die Geister) auf die Flasche und führt ihn entlang der freigelegten Naht in Richtung des Glasrings am oberen Ende des Flaschenhalses. Mit einem festen, aber ruhig ausgeführten Ruck schlägt er schließlich den Säbel gegen den Ring, der, unterstützt vom Innendruck der Flasche, samt Kork ziemlich weit und mit Wucht davonfliegt; übrig bleibt eine saubere Bruchstelle. Die ausströmende Kohlensäure verhindert dabei, dass kleinste Glasstücke in die Flasche gelangen. Wie sagt man in Frankreich? A vos sabre ... PB20140316

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