Rosé

 Aus dunklen Trauben gekelteter, leicht rötlicher oder rosafarbener WeinDas Prinzip der Roséwein-Bereitung beruht darauf, dass - je nach gewünschter Farbintensität - die Maische roter Trauben bereits nach recht kurzer Zeit abgepresst wird. Je kürzer der Kontakt mit den Schalen, in denen sich die roten Farbstoffe befinden, desto heller wird der daraus bereitete Wein. Ansonsten ist die Roséweinbereitung mit der für Weißwein weitgehend identisch. Besondere Methoden werden hauptsächlich danach unterschieden, welcher Weintyp produziert werden soll. Weißherbste werden so gekeltert, dass sie praktisch keine Farbe zeigen, vielleicht bis auf einen rötlichen Schimmer. Eine andere Methode der Roséwein-Bereitung wird als Saignée-Methode (siehe dort) bezeichnet, bei der zunächst ein Teil der Maische wortwörtlich ausblutet, also etwa 15 % des Mostes durch Schwerkraft abläuft. Daraus wird ein saftiger Rosé bereitet; aus dem auf der Maische verbliebenen, dann entsprechend konzentrierteren Most entsteht ein sehr dichter Rotwein. Ausdrücklich verboten für die Rosé-Herstellung ist das Vermischen von fertigen Rot- und Weißweinen; zur Produktion einfacher hellroter (Marken-)Weine auf der untersten Qualitätsstufe (Deutscher Wein, früher Tafelwein) ist das in der EU jedoch seit 2009 erlaubt. Nicht zu verwechseln sind Roséweine mit anderen Weintypen ähnlicher Farbe wie Rotling, Schiller, Badisch-Rotgold etc., die durch das gemeinsame Vergären von roten und weißen Trauben nach jeweils festgelegten Regeln produziert werden, Weißherbst hingegen ist ein Rosé, dessen Herstellung besonderen Regeln folgt. Der Begriff Süssdruck wird in der Schweiz für Roséweine verwendet, ist in Deutschland aber nicht zulässig.Für die Herstellung von Rosé werden in Deutschland fast alle gängigen roten Sorten verwendet, vor allem Spätburgunder und Portugieser, aber auch Lemberger, Dornfelder, Zweigelt u. a.; sie schmecken alle eher fruchtig und zeigen meist eine leichte Süße. Bekannte, in jungen Jahren äußerst süffige Roséweine stammen aus der Provence und aus Apulien, die allerdings am besten vor Ort unter der Sonne des Mittelmeers schmecken. PB20140212

Zurück