Römer

 Traditionelles Rheingauer Weinglas Der Name Römer für die beliebten Weingläser hat nichts mit den alten Römern zu tun. Wer im 16. Jahrhundert und später mit Wein aus Römern auf eine (verdiente) Person mit seinen Trinkgenossen anstieß, wollte diese Person rühmen, ihren Ruhm besingen. Die Gläser waren nämlich reichlich verziert und eigneten sich so vorzüglich für diese Geste. Entstanden ist die Form aus einem Becher (Berkemeyer-Becher), der aus dem damals in Deutschland verwendeten Waldglas“ gefertigt wurde. Dieses wurde in Glashütten hergestellt, die sich wegen der einfacheren Befeuerung im Wald befanden. Es zeigt eine natürliche Grünfärbung, die durch Verunreinigungen des verwendeten Sandes mit Eisenoxyd entsteht.  Charakteristisch für einen Römer ist seit dem 18. Jahrhundert die kugelförmige, oftmals aufwändig verzierte Trinkschale (lat. cupa, eingedeutscht Kuppa), der dicke, mit so genannten Nuppen (von Noppe, höckerartige Erhebung) oft in Traubenform verzierte, ziemlich stämmige Schaft, der meist quer gerippte, massive Fuß und die i. d. R. grünliche Farbe, später manchmal auch bräunlich. Der Römer wird heute vor allem im Rheingau als traditionelles Weinglas mit 0,2 bis 0,25 l Inhalt verwendet – gerühmt wird dabei aber höchstens der Wein … PB20140212

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