Rohfäule

 Grauschimmel an unreifen Trauben Der auch als Sauerfäule bekannte Schaden tritt dann auf, wenn sich im Spätsommer unter dafür günstigen Witterungsbedingungen (feucht und warm) der Botrytis-Pilz an noch unreifen Beeren niederlässt und mithilfe eigener Enzyme durch die Haut ins Innere eindringt. Die Fäule entsteht bei Beeren, die z. B. durch Hagel oder durch (Sauer-)Wurmfraß vorgeschädigt sind, noch deutlich schneller.  An befallenen Beeren zeigt sich eine bräunliche Färbung, die später von einem grau-braunen Pilzrasen überwuchert wird. Der Name Rohfäule geht auf den unreifen Zustand der Beeren zurück, deren Zuckergehalt noch unter ca. 50 bis 55° Oe liegt, bei deutlich höheren Oechslegraden kann sich je nach Rebsorte (vor allem Riesling) aus demselben Pilz die so genannte Edelfäule bilden, was bei dieser Rebsorte spätestens jenseits des Prädikats Spätlese auch oft erwünscht ist. Der Begriff Sauerfäule stammt ebenso wie der Name des diesen Schaden begünstigenden Sauerwurms von dem unangenehm sauren Geschmack des Saftes aus den befallenen, noch unreifen Beeren.Ein Übergreifen auf die Stiele der Trauben führt dazu, dass diese abfallen und als minderwertige Bodentrauben eigentlich nicht mehr verwertet werden sollten. Als vorbeugende Maßnahme gegen Rohfäule gilt eine gute Durchlüftung (Trocknung) mittels Freischneiden der Traubenzone oder der Einsatz von Fungiziden, wenn sich entsprechende Wetterlagen ankündigen. Die unterschiedliche Anfälligkeit von Rebsorten hat mit der Dichte des Beerenbehangs innerhalb der Traube und der Dicke der Beerenschale zu tun. Während der eher lockerbeerige Dornfelder oder der dickschalige Cabernet Sauvignon weniger betroffen sind, muss man bei dem eng bepackten Rieslaner oder der französischen Sorte Carignan eher mit Rohfäule rechnen (weitere Details unter Botrytis cinerea) PB20140221

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