Resistenz

 Hier: Widerstandsfähigkeit der Rebe gegen Krankheiten oder Schädlinge Es gibt eine Reihe von Krankheiten und Schädlingen der Rebe, manche nennen das auch Feinde der Rebe gegen die unsere europäische (Unter-)Art Vitis vinifera keine Widerstandsfähigkeit entwickeln konnte, weil die Krankheiten oder Schädlinge nicht in deren natürliches Lebensumfeld gehören - Reblaus und Echter bzw. Falscher Mehltau sind sehr prominente Beispiele aus Amerika nach Europa eingeschleppter Schadorganismen.   Resistenzen, die sich nicht durch Anpassung über einen sehr langen Zeitraum quasi von selbst entwickelt haben - meist durch natürliche Auslese - können auf verschiedene Weise auch durch den Menschen erzielt werden: durch gezielte Selektion, durch Züchtung neuer Sorten, durch Immunisierung oder durch Genmanipulation. Während die Genmanipulation insgesamt auf wenig bis gar keine Zustimmung beim Verbraucher stößt und die Immunisierung z. B. in Form einer Art Impfung noch in den Kinderschuhen steckt, ist Klonselektion oder die Züchtung von Rebsorten mit den gewünschten Eigenschaften schon länger bekannt. Klonselektion, die nicht nur nach Resistenz durchgeführt wird, hat den Vorteil, eine bereits bestehende Rebsorte zu erhalten. So gibt es z. B. etwas mehr oder etwas weniger anfällige Spätburgunderklone mit auch sonst leicht unterschiedlichen Eigenschaften z. B. Kalkverträglichkeit etc., im Geschmack ist der Unterschied jedoch meist gering. Die Züchtung neuer Sorten mit dem Blick z. B. auf Resistenz gegen Mehltau etc. ist dagegen ein zeitlich sehr aufwändiges Unternehmen, das zudem die Problematik der Verbraucherakzeptanz in sich trägt. Das hat nicht zuletzt mit gewohnten Geschmacksbildern zu tun, die sich in den neuen Sorten wegen der eingekreuzten Amerikaner-Reben nicht immer wiederfinden. Gleichwohl ist das Thema Piwis (pilzwiderstandsfähige Rebsorten) ein immer wichtigeres Thema, zumal nicht nur im ökologischen Weinbau die Behandlung der Reben mit Fungiziden immer mehr zurückgefahren werden soll. In der Piwi-Züchtung spielen amerikanische Sorten wegen ihrer weitgehenden Resistenz gegen die bekannten Mehltauarten eine große Rolle, wobei die geschmackliche Beeinträchtigung dieser Sorten durch den Fox-Ton, aber auch durch oft übertrieben starke Erdbeeraromen mit geeigneten Arten von Vitis vinifera als Kreuzungspartner ausgeglichen werden sollen. Außer bei Regent ist das jedoch bisher noch bei keiner anderen Sorte zur vollsten Zufriedenheit gelungen. PB20140219 

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