Reisigkrankheit

 Viruserkrankung der Rebe Die bereits seit weit über 100 Jahren bekannte Viruserkrankung geht auf verschiedene Arten von Viren zurück, die aus dem Boden durch Fadenwürmer (Nematoden) oder direkt bei der Veredelung übertragen werden. Der genaue Übertragungsweg wurde aber erst 1956 entdeckt. Die über einen längeren Zeitraum (quasi schleichend) verlaufende Krankheit zeigt eine Reihe von Symptomen wie (Gelb-)Verfärbungen an den Blattspreiten, Fächerblättrigkeit und Blattverformungen, Schwachwüchsigkeit, Verrieselung etc. Das vielleicht auffälligste Symptom ist jedoch eine enorm verkürzte Internodienlänge, auf die auch die alte Bezeichnung Kurzknotigkeit zurückgeht.Eine direkte Bekämpfung der Krankheit im Weinberg ist nicht möglich, allenfalls können befallene Stöcke beseitigt werden, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Allerdings dauert es mehr als fünf Jahre, bis die Böden wieder bestockbar sind. Besonders wichtig ist auch die Auswahl gesunder Edelreiser für die Veredelung zu Pfropfreben.Ein neuer Weg ist die Kräftigung der Rebe bzw. deren Immunisierung durch eine Art Impfung, was gerade an Tabakpflanzen getestet wird. Ob sich die Ergebnisse auf Reben übertragen lassen, ist bis jetzt nicht bekannt. In eine andere Richtung ging bis vor kurzer Zeit die Forschung an der Aktivierung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte über eine Veränderung der DNA, was allerdings wegen des (zurecht) befürchteten Mangels an Verbraucherakzeptanz für Weine aus gentechnisch veränderten Reben und gezieltem Widerstand von Umweltaktivisten gegen die Versuchsanlagen wieder eingestellt wurde. PB20140218 

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