reinsortig

 Wein, der zu mindestens 85 % aus einer Rebsorte besteht Der Begriff reinsortig (oder sortenrein) ist ein wenig irreführend, weil das Weingesetz einen Anteil von 15 % anderer zugelassener Sorten erlaubt, ohne dass dies für den Verbraucher ersichtlich sein muss. So kann ein Winzer aus Deutschland seinen naturgemäß etwas helleren Spätburgunder mit einem guten Schuss Dunkelfelder oder einer anderen geeigneten Sorte farblich aufpeppen, ohne gegen das Gesetz zu verstoßen, wenn er Spätburgunder auf das Etikett schreibt. Der gesetzliche Grenzwert von 15 % (bezeichnungsunschädlicher Verschnitt ohne Süßreserve, mit Fremdweinsüßreserve gelten 25 %) bezieht sich jedoch nicht nur auf den Verschnitt mit anderen Rebsorten, sondern auch mit anderen Herkünften und Jahrgängen, weshalb man dahinter auch die Idee vermuten kann, dass dort die Grenze gezogen wird, bei der sich der Fremdanteil noch nicht wesentlich auswirkt. Diese Regelungen ermöglichen es natürlich auch, Restbestände aufzubrauchen.Ein reinsortiger Ausbau wird immer dann bevorzugt, wenn die typischen Eigenschaften einer Rebsorte zum Tragen kommen sollen. Wird bei einem Land- oder Qualitätswein (g.g.A. bzw. g.U.) eine Rebsorte angegeben, muss diese in dem jeweiligen Anbaugebiet zugelassen sein. Es sind umgekehrt derzeit 22 Rebsorten inkl. ihrer Synonyme gelistet, die nicht verwendet werden dürfen.Als nicht reinsortig oder sortenrein gilt dementsprechend ein Wein, wenn die Hauptrebsorte weniger als 85 % ausmacht; dann darf keine einzelne Rebsorte mehr genannt werden. Erlaubt ist aber beispielsweise die Angabe Trollinger (mit) Lemberger oder umgekehrt, auf jeden Fall aber in der Reihenfolge des mengenmäßig größten Anteils und nicht mehr als maximal drei verschiedene Sorten. Solche Kreationen werden (mit oder ohne Angabe der Rebsorten) manchmal auch als Cuvée bezeichnet, was sich auf jeden Fall besser anhört als Verschnitt, aber im Grunde nichts anderes ist. PB20140124

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