reife, reif

 In diversen Zusammenhängen verwendeter Begriff für den Zustand der optimalen EntwicklungEin Wein wird als reif bezeichnet, wenn er den höchsten Punkt seiner Entwicklungskurve erreicht hat. Diesen Zustand kann er - durchaus mit Schwankungen - je nach Rebsorte, Herkunft, Jahrgang und Ausbau eine Weile halten, bis die Kurve sich wieder nach unten neigt. Die Bezeichnung reif entspricht etwa dem Ausdruck entwickelt, wegen der unterschiedlichen Vorlieben von Weintrinkern ist dieser Zustand jedoch nicht immer genau zu definieren. Im Gegensatz zur Reife steht die Trinkreife oder Genussreife, die oft schon kurz nach der Abfüllung (wenn sich der Schwefel verzogen hat) gegeben ist. Das bedeutet aber nur, dass man ihn bereits trinken kann, auch wenn er sich eventuell noch verbessert. In diesem Zusammenhang taucht immer wieder die Aussage der muss noch liegen auf, besonders bei Rotweinen. Viele Weine liegen leider viel zu lange, vor allem einfachere Tropfen. Wenn auf einmal Frische und Frucht fehlen, gehen viele Weine in die Knie, werden flach und wirken müde. Die meisten einfacheren Weißweine sind sehr jung am besten, einfachere Rotweine können nach zwei bis vier Jahren (ab der Lese) am meisten Freude bereiten.Bei (Rot-)Weinen, die eine längere Lagerung nicht nur vertragen, sondern sogar brauchen, wie meist bei den edlen Châteaux aus dem Bordelais, Burgund, Piemont, Toskana, Rioja etc. gibt es keine festen Regeln. Werden solche Weine traditionell ausgebaut, brauchen sie in Abhängigkeit vom Jahrgang oft Jahre, bis sie die für die jeweiligen Weine charakteristische Anmutung aufweisen. Durch den Ausbau im Barrique, bei manchen Kreszenzen seit Jahrhunderten Tradition (Bordeaux, Burgund), bei manchen undenkbar (Barolo!), können Weine schneller reifen, u. a. weil der etwas stärkere Sauerstoffaustausch bei Barrique (Verhältnis von Volumen zu Holzoberfläche) die Umwandlung von Tanninen befördert. Eine andere Art von Reife bezieht sich nicht auf den Wein, sondern auf den Zustand des Lesegutes, das unter dem Stichwort physiologische Reife beschrieben wird. Die so genannte Holzreife bezieht sich auf die Entwicklung, die die Fruchttriebe der Rebe ab etwa Juli bis in den Spätherbst nehmen (siehe dort). Dann gibt es noch den Begriff der Notreife, der das Verhalten des Rebstockes bei Stress z. B. durch Trockenheit beschreibt (siehe dort). Schließlich die Traubenreife (Französisch Véraison): Dies ist der Zeitpunkt, wenn die harten grünen Beeren weich werden und langsam beginnen, ihre spätere Farbe anzunehmen. Dabei nimmt der Säuregehalt ab und die Einlagerung von Zucker zu.PB20140124

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