rahn, rahnprobe

 Braunton durch Oxidation besonders bei (weißen/roséfarbenen) Jungweinen Zeigt ein (Jung-)Wein eine mehr oder weniger intensive Braunfärbung, liegt ein Weinfehler vor, der bei der Weinbereitung oder bereits zuvor gemacht wurde: der braune Bruch, auch Rahnwerden genannt. Dieser Fehler beruht auf einer chemischen und / oder enzymatischen Oxidation von Phenolen, was meist durch faules Lesegut hervorgerufen wird. Er kann am besten bereits im Vorfeld durch Aussortieren schlechter Trauben oder wenigstens durch eine Rahnprobe und geeignete Schwefelung zum richtigen Zeitpunkt vermieden werden. Eine Rahnprobe ist ein einfaches Verfahren, dass zwar keine genauen Werte für die Schwefeldosierung liefert, aber eine Aussage über die Sauerstoffstabilität von Weißweinen zulässt und damit einen entsprechenden Handlungsbedarf anzeigt: Man lässt z. B. ein Glas mit dem Jungwein offen stehen und beobachtet, nach welcher Zeit (oder ob überhaupt) der Wein eine hochfarbige oder gar deutlich braune Farbintensität annimmt. Je schneller und intensiver der Farbumschlag vonstattengeht, desto schneller muss geschwefelt werden, desto höher muss die Schwefelgabe sein. Das Adjektiv rahn bedeutet im Deutschen ganz allgemein schmächtig, in der Winzersprache bezeichnet man Beeren, die unreif oder verkümmert sind als rahn, das verwandt ist mit rank, was wir noch aus der Wendung rank und schlank kennen. In der Bedeutung von Braunwerden ist das Schmächtige (der Sauerstoffbelastung nicht gewachsen sein) im übertragenen Sinn enthalten. PB20140112

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