premium, premiumwein

 In Deutschland als konkrete Qualitätsbezeichnung nicht zugelassen, aber unter bestimmten Umständen als sonstige Angabe möglich Im Jahr 2009 wurde die Klage des Schutzverbandes Deutscher Wein e. V. gegen die Verwendung des fraglichen Begriffes zusammen mit dem Kellereinamen der Beklagten (Lorch Premium) in der Berufung mit der Begründung abgewiesen, dass durch den Zusatz des Kellereinamens eine Verbrauchertäuschung nicht gegeben sei, was zuvor das erstinstanzlich urteilende Landgericht noch bejahte. Die Kellerei durfte also Lorch Premium auf der Weinflasche ausweisen, jedoch nur als sonstige Angabe (nicht auf dem Hauptenetikett). Ein Antrag zur Verwendung als geschützte Marke war bereits vom Patentamt abgewiesen worden. Da jedoch die Verwendung des Begriffs Premium ohne Zusatz nicht Gegenstand der Verhandlung war, blieb das eigentliche Problem, nämlich ob die alleinige Angabe Premium auf Weinetiketten generell eine Verbrauchertäuschung darstellt und deshalb grundsätzlich verboten ist, ungeklärt. Das Urteil gilt im Übrigen auch für die gleichzeitig verhandelte Bezeichnung Linie Prestige.In Österreich ist der Begriff Premium erlaubt (ebenso wie Reserve, für den noch weitergehende Regeln gelten). Allerdings müssen bei Verwendung eine Reihe von zusätzlichen Qualitätskriterien erfüllt sein: Qualitätswein mit Jahresangabe, mindestens 13 % Vol. vorhandener Alkohol, erkennbar sortentypische Anmutung, Premium muss bereits im Antrag auf Erteilung der AP.-Nr. genannt werden. Der Begriff Premiumwein wird außerhalb des deutschen Weinrechts vor allem in Medien schon fast inflationär verwendet und das oft ohne klarzustellen, welche konkreten Kriterien dieser Einstufung zugrundeliegen. Die relativ neue Sitte, die ersten Weine der berühmten Châteaux aus Bordeaux als Premiumweine zu bezeichnen (zur Abgrenzung zu den so genannten Zweitweinen aus den Häusern), kann als ziemlich überflüssig angesehen werden. PB20140103 

Zurück