Prädikatssekt

 Seit 1975 nicht mehr zugelassene Bezeichnung  Prädikatssekt war im Zug der Weinrechtsreform von 1971 zunächst eine zugelassene Bezeichnung für einen Schaumwein (bzw. einen Sekt), dessen Grundwein(e) zu mindestens 60 % aus Deutschland stammten. Ausgangspunkt war die grundsätzliche Beschränkung, die im Deutschen Weingesetz für die Bezeichnung Sekt eine Herkunft aus Deutschland oder wenigstens aus deutschsprachigen Ländern vorsah; die Bezeichnung Prädikatssekt sollte mit der 60-Prozent-Regel die Wertigkeit weiter steigern. Die zuständige Kommission der damaligen EWG erhob dagegen Klage, „… weil die Regelung von 1971 das inländische Grunderzeugnis begünstige und Einfuhren ausländischer Grund­erzeugnisse behindere, indem sie jene besonders zugkräftige Bezeichnung einem minde­stens zu 60 % aus inländischen Trauben hergestellten Erzeugnis vorbehalte“, so der Oberstaatsanwalt in seinem Schlussplädoyer von 1975. Der übergeordnete Vorwurf lautete damit: Beschränkung des Handels unter den Mitgliedsstaaten. Im Ergebnis stand ein generelles Verbot der Bezeichnung Prädikatssekt durch den Europäischen Gerichtshof und die Aufhebung der Beschränkung der Bezeichnung Sekt nur für deutsche Produkte - weshalb ein Sekt, wenn er aus Deutschland stammt, Deutscher Sekt heißen muss. Mit entscheidend war auch, dass die Einschränkung auf einen Mindestanteil ohne eine konkrete Eingrenzung der Herkunft keinen ersichtlichen Qualitätsgewinn mit sich bringt und die Bezeichnung Prädikatssekt insofern auch nicht schutzwürdig sein kann. Die Bezeichnung war zudem auch noch irreführend, weil der Wortbestandteil Prädikats... auf einen Sekt aus Prädikatsweinen hindeutete, was aber nicht der Fall war. Noch heute wird übrigens z. B. auf Weinkarten und im Internet mit dem uralten Begriff geworben und es scheint dabei oft unklar, was die solchermaßen Werbenden damit eigentlich meinen? PB20131207       

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