Portwein

 Weltbekannter, gespriteter Dessertwein aus Portugal Der Legende nach stammt das Know-how der Portherstellung aus einem portugiesischen Kloster, wo englische Weinhändler mehr aus Zufall mit einer von Mönchen selbst produzierten Mixtur aus Wein und Branntwein bewirtet worden sein sollen. Sicher ist jedenfalls, dass sich im frühen 18. Jahrhundert eine ganze Reihe bis heute bekannter Familien aus England um Porto herum angesiedelt und von dort aus die Portweinproduktion und den Handel kontrolliert haben. Zur Sicherung der Qualität wurden schon früh ein eng eingegrenzter Bereich als zugelassene Herkunft der Trauben festgelegt (Douro) und bestimmte Regularien zur Herstellung erlassen. Heute sind etwa 30.000 Winzer auf einer ebenso großen Fläche (in Hektar) mit dem Anbau von Reben für die Portherstellung beschäftigt, wobei ein recht komplexes, sechsstufiges Punktesystem zur Weinbergsbewertung die Preise für die Trauben regelt. Ein Konsortium legt jährlich fest, welcher Anteil des Ertrages tatsächlich in die Portproduktion fließt. Der aus verschiedenen weißen und roten Trauben gekelterte Most vergärt nur zum Teil und wird dann mit einem geschmacksneutralen Weindestillat auf 15 bis 22 % Vol. gespritet, auf vier Teile Most kommt ein Teil Alkohol. Nach oft aufwändig durchgeführten Verschnitten reift der Port je nach angestrebter Bezeichnung bzw. Typ unterschiedlich lang in Pipe genannten Fässern mit rund 550 Litern Volumen. Zur Unterscheidung von Typ und Qualität werden bestimmte Bezeichnungen verwendet: Vintage Port ist eine Art Selektion der besten Ports eines Jahrgangs, der bereits nach drei Jahren auf die Flasche kommt, dort aber noch gut 20 Jahre reifen sollte - falls es der Käufer so lange aushält. Bei einem Colheita (Lese) ist es umgekehrt; der ebenfalls aus einem einzigen Jahrgang stammende Port reift für mindestens acht, aber eher mehr Jahre im Fass und ist dann trinkfertig. Single Quinta Vintage Port stammt aus nur einem Weingut (Quinta) und ist ansonsten dem Vintage Port ähnlich. Als Late bottled Vintage wird ein Port bezeichnet, der u. a. etwas später als der Vintage Port aber früher als der Colheita abgefüllt wurde und dann bereits trinkreif ist. Der Vintage Character ist entgegen seinem Namen ein Jahrgangsverschnitt und meist ziemlich dunkel. Ein Tawny (gelbbraun) ist ein etwas leichterer Jahrgangsverschnitt, der aus mehr weißen Sorten besteht und unterschiedlich lang ausgebaut werden kann; er erhält dann weitere Zusatzbezeichnungen wie fine, fine old oder aged. Ruby (rubinrot) ist der einfachste und demgemäß günstigste Port, er ist süß und fruchtig und mit vergleichsweise wenig Aufwand in großen Gebinden bereitet. Der goldgelbe White besteht nur aus weißen Sorten und ist mit etwa 15 % Vol. relativ leicht. PB20140103   

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