Piemont

 (Weinbau-)Region im Nordwesten Italiens Die Region hat eine politisch durchaus wechselhafte Geschichte hinter sich, besonders die über 500 Jahre währende Zugehörigkeit zum französischen Haus Savoyen bis zunächst 1815 hat einen starken Einfluss hinterlassen, politisch und kulturell. Bis 1861 gehörte das Piemont zumindest formal eine Zeit lang zum Königreich Sardinien, bis beide Gebiete schließlich in das wiedervereinigte Italien unter der Herrschaft des aus Savoyen stammenden Königs Vittorio Emanuele II eintraten. Seit 1948 ist das Piemont eine Region der Republik Italien. Das Piemont ist aus weinbaulicher (und kulinarischer) Sicht eines der interessantesten Regionen Italiens. Neben den berühmten weißen Trüffeln, die es in dieser Qualität weltweit nur rund um Alba gibt, finden sich hier Weine, wie z. B. Barolo oder Barbaresco, die nicht nur im nationalen Vergleich einmalig sind. Wie in ganz Italien ist in den letzten Jahren auch im Piemont die Rebfläche spürbar zurückgegangen, von vor etwa 7 Jahren noch gemeldeten rund 55.000 Hektar auf inzwischen nur noch ca. 46.000 Hektar (Stand 2012) mit einem entsprechend niedrigeren Ertrag von ca. 2,7 bis 2,8 Mio. Hektoliter. Stark vertreten sind bei den roten Rebsorten Barbera (ca. 50 % der Gesamtfläche, Protagonist des Weinskandals von 1986), Nebbiolo und Dolcetto, bei den weißen Sorten vor allem Cortese (z. B. Gavi), Moscato (Asti) aber auch der vor etwa 25 Jahren wiederentdeckte Arneis. Das Piemont verfügt über 12 DOCG- und 40 DOC-Weine (Anteil an Qualitätswein rund 35 %), von denen neben den oben bereits erwähnten Barolo und Barbaresco bei uns noch Barbera d'Asti, Barbera d'Alba, Gavi und natürlich Asti Spumante als süßlich-schäumender Vertreter bekannt sein dürften. Die Region lässt sich weinbautechnisch grob unterteilen in einen nördlichen Bereich am Fuß der Alpen (daher auch Piemont, was - eigentlich aus dem Französischen stammend - am Fuß der Berge heißt), die Weinberge des Monferrato (um Asti) und die Langhe (um Alba). Der Norden bringt eine Reihe hoch interessanter, in kleinen Mengen hauptsächlich aus Nebbiolo vinifizierter Weine hervor, die kaum bekannt, aber umso schmackhafter sind wie Boca, Bramaterra, Ghemme oder Gattinara, um nur einige zu nennen. Im Monferrato (um Asti herum) entstehen gute Tropfen aus Barbera oder Cortese oder die ungemein süffigen, aber wenig bekannten Weine aus der Rebsorte Grignolino. Alba in den Langhe-Bergen steht dagegen ganz im Zeichen von Barolo (siehe dort) und Barbaresco, auch wenn die beiden Nebbiolo-Größen mengenmäßig keine große Rolle spielen. PB20131121

Zurück