piccolo, pikkolo

 Bezeichnungen für kleine Sektflaschen Die Bezeichnungen Piccolo, eingedeutscht Pikkolo, sind abgeleitet aus dem Italienischen, wo das Adjektiv piccolo einfach klein heißt. Im Italien des ausgehenden 19. Jahrhunderts, aber auch in Österreich, wurden Kellner, speziell auch Kellnerlehrlinge als Piccolo bezeichnet, was die traditionsreiche Sekt-Firma Kessler aus Esslingen zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1904) dazu inspirierte, ein passendes Motiv von dem damals sehr bekannten Simplicissimus-Zeichner Josef Benedict Engl für ihre Sektetiketten entwerfen zu lassen. Das Bild zeigt zwei Kellner im schwarzen Frack mit wehenden weißen Servietten, die gemeinsam und sehr schwungvoll einen Sektkühler samt Flasche heranbringen. Allerdings ging es dabei nicht um Sekt in Kleinflaschen, die damals auch in Deutschland noch Quart hießen und in Apotheken quasi in medizinischer Dosis (oder für Damen) angeboten wurden, sondern um die gängige Größe Napoleon bzw. Imperial mit 0,75 Liter Inhalt; erst deutlich später, nämlich 1935, erfolgte zunächst der Eintrag der Wort-Bildmarke Piccolo als geschütztes Warenzeichen beim Reichspatentamt, später ging der Name Piccolo bei Kessler auf Kleinflaschen mit 0,2 Liter Inhalt über. Anders verhält es sich mit der eingedeutschten Bezeichnung Pikkolo, die ebenfalls 1935 als Warenzeichen eingetragen wurde, allerdings diesmal von der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden und zwar explicit für seine kleinen Sektflaschen mit 0,2 Liter Inhalt. Die dazugehörige Bildmarke stammt von dem Grafiker Fred Overbeck, der in seinem Entwurf ebenfalls mit einem Kellnermotiv gespielt hat. PB20131121 

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