Pfropfen

 Methode zur Veredlung von reblaussicheren Unterlagsreben zwecks vegetativer VermehrungDas Pfropfen (oder leicht verdoppelnd Aufpfropfen) wird zur reblaussicheren Vermehrung genetisch identischer Rebstöcke einer Sorte angewandt. Dazu werden nach dem Rebschnitt im ausgehenden Winter von den abgeschnittenen einjährigen Trieben besonders geeignete Exemplare (die Edelreiser) aussortiert und so in ca. 15 bis 20 cm lange Stücke geschnitten, dass mindestens ein Auge vorhanden ist. Das eigentliche Pfropfen der Edelreiser auf geeignete amerikanische Unterlagsreben (mit gleichem Querschnitt) beginnt mit dem Zusammenfügen von Edelreis und Unterlage, in der Regel mit einem Omega-Schnitt. Dabei wird mit einer Art Stanze am unteren Ende des Edelreises und am oberen Ende der Unterlage jeweils ein Schnitt in Form des griechischen Buchstaben Omega bzw. die dazugehörige Passform ausgeschnitten, sodass diese zusammengesteckt auf Zug bereits fest aneinanderhalten und die jeweils zusammengehörigen Teile am Schnitt aufeinanderliegen. Andere Schnittarten sind der ebenfalls maschinell angesetzte Lamellenschnitt oder die so genannte Englische Kopulation mit Gegenzunge, die von Hand mit einem Messer durchgeführt wird. Anschließend werden die veredelten Stellen zum Schutz (z. B. vor Infektionen oder Verdunstung) in Paraffin getaucht und mit der Unterseite der Unterlagsrebe in einen Topf mit Erde gesteckt. Zum Vortreiben werden die Pfropfreben in geeigneten Kisten aufbewahrt und temperiert. Nach etwa einer Woche treiben die Augen aus, die Wurzeln entwickeln sich und etwas später wächst auch die Pfropfverbindung zusammen (Kallusbildung). Wenn sich die Reben insgesamt gut entwickeln, können sie noch im selben Jahr im Weinberg in die Zeilen gesetzt werden.PB20131221 

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