pflanzdichte, pflanzweite

 Grundlegende Kennzahlen für die Bestockung von Rebanlagen Unter der Pflanzdichte (Stockdichte) einer Rebanlage versteht man die Anzahl von Rebstöcken, die sich auf einer bestimmten Fläche befinden, meist bezogen auf einen Hektar. Sie wird bestimmt durch die Pflanzweite und die Gassenbreite der Anlage. Als Pflanzweite bezeichnet man den (gleichmäßigen) Abstand zwischen den Rebstöcken in einer Zeile, der u. a. von Besonnungs-, Wasser- und Nährstoffbedarf einer Sorte abhängt. Wenn keine Gassen und Zeilen existieren, wie es bisweilen in südlichen Ländern u. a. bei der so genannten kriechenden Erziehung üblich ist, zählt der gleichmäßige Rundum-Abstand der Stöcke zueinander, der sich ebenfalls am allgemeinen Bedarf der Stöcke orientiert.Pflanzdichten können je nach gewünschter Gassenbreite (mechanische Bearbeitung), Untergrund, Hangneigung und Rebsorte, aber auch nach Kenntnisstand (oder Philosophie) des Winzers weit auseinandergehen, von 3.500 bis über 10.000 Stöcke pro Hektar werden gepflanzt. Für die Qualität des Leseguts ist neben den Bedingungen, die die Rebanlage selbst vorgibt, vor allem der Bedarf der Stöcke an Wasser, Nährstoffen und Licht zu berücksichtigen. Früher war man der Ansicht, dass geringere Pflanzdichten den Rebstöcken wegen der fehlenden Wasser- und Nähstoffkonkurrenz nutzen würden. Heute weiß man jedoch, dass vor allem eine gewisse Wasserkonkurrenz (in bestimmten Phasen) nicht nur ertragsreduzierend im positiven Sinn wirken kann, sondern auch der Ausprägung von bestimmten Weininhaltsstoffen Vorschub leistet (allerdings nicht der Einlagerung von Zucker!), weil der Einzelstock entlastet wird, aber tiefer und aktiver wurzelt; dazu braucht es jedoch einen Anschnitt mit weniger Augen am Stock. Auch das Entwickeln einer höheren Menge an hefeverwertbarem Stickstoff - ein wichtiges Qualitätskriterium - deutet auf den Nutzen einer dichteren Bestockung hin.Die Dichtbepflanzung setzt auf jeden Fall geeignete Unterlagsreben voraus. Diese müssen neben den auch sonst erforderlichen Eigenschaften wie z. B. Verträglichkeit mit dem Boden und dem Edelreiser vor allem schwachwüchsig sein, damit die Pflanzen nicht mit ihren Nachbarstöcken ins Gehege kommen. Ein anderer Aspekt ist, auf welche Weise eine Dichtbepflanzung zustande kommt. Wichtig ist, dass die Gassenbreiten (je nach Zug mindestens 1,80 bis 2,00 Meter) nicht enger werden, sondern die Stockabstände in den Zeilen abnehmen. Engere Gassenbreiten würden neben der schlechteren Bearbeitbarkeit auch ein günstiges Blatt-Fruchtverhältnis beeinträchtigen, weil dieses eine gewisse Stockhöhe braucht, die wiederum (wegen der Besonnung) an eine Mindestbreite der Gasse geknüpft ist. Ein unbestreitbarer Nachteil der Dichtbepflanzung ist der deutlich erhöhte Kosten- und Arbeitsaufwand, der sich aus dem erhöhten Aufwand für das Setzen der Stöcke, Material für die Unterstützung, Bearbeitung bzw. Pflege der fast doppelten Anzahl an Stöcken ergibt. Nach einer Untersuchung der DLR Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 2005 ist der Kostenaufwand pro Hektar bei der Verdoppelung der Stockzahl um die Hälfte höher als bei der normalen Bestockung - bei gleichem Ertrag, aber (jedenfalls unter optimalen Bedingungen) evtl. besserer Qualität. PB20131119 

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