Parzelle

 Im Weinbau: innerhalb einer Einzellage abgegrenzter Teil von unbestimmter Größe Im Weinbau kommt es durchaus oft vor, dass eine Einzellage nicht einem Besitzer gehört bzw. dieser die Fläche nicht allein nutzen kann, sondern mehrere Winzer sich die Lage mit dem jeweiligen Namen teilen, jeder hat dann von dieser Einzellage eine Parzelle. Der Begriff gibt weder die Größe noch eine (einheitliche) Beschaffenheit des Bodens an; die Abmessungen sind in der Regel auf historisch verbriefte Rechte zurückzuführen, die die Besitzverhältnisse bis heute regeln, wenn nicht eine Gebietsreform die teilweise manchmal interessante Kleinteiligkeit zunichte gemacht hat. Ein klassisches Beispiel im Weinbau für eine solche Parzellenlandschaft ist die Lage Clos de Vougeot, eine der berühmtesten Grand Crus im Burgund. Das Problem mit dem von einer Mauer vollständig umfriedeten ca. 50 ha großen Weinbergs ist allerdings nicht die Aufteilung in ca. 80 Parzellen mit ebenso vielen Besitzern, die hier unter dem berühmten Namen Rotwein vermarkten, sondern die stark unterschiedliche Qualität der Böden innerhalb der Lage. Grob kann man sagen, dass der obere Teil der Lage als deutlich geeigneter eingestuft ist, als der untere. Und auch in Deutschland gibt es so etwas bisweilen, nur meist ein bisschen kleiner und oft unproblematisch, zum Beispiel der Erbacher Marcobrunn im Rheingau: Dieser ist zwar nur 6,7 ha groß, wird aber von sieben renommierten Weingütern mit unterschiedlich großen Anteilen bewirtschaftet. Der Weinberg verfügt ebenfalls über zwei Bereiche, die (angeblich) von verschiedener Qualität sind: über der Bahn und unter der Bahn (der Marcobrunn wird nämlich von einer Bahnlinie durchschnitten!). Wie es hier tatsächlich um die Qualität bestellt ist, probiert man ziemlich risikofrei (mit ein bisschen Kleingeld in der Tasche) am besten selbst. PB20131215   

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