pappig

 Bezeichnung für eine stark übertriebene, unangenehm klebrige Süße eines WeinsDie Zuckermenge allein ist für die wenig freundliche Zuordnung pappig allerdings nicht verantwortlich. Es gibt z. B. eine große Vielfalt von Weinen aus dem Bereich der so genannten Edelsüßen wie Beerenauslesen, Trockenbeerenauslesen und Eisweine, deren Zuckergehalt enorm hoch sein kann, allerdings ohne dabei zwangsläufig negative Assoziationen zu wecken. Die Frage ist also, was einen guten (edel-)süßen Wein von einem weniger guten, pappig-süßen Wein unterscheidet?Ausschlaggebend dafür ist die Harmonie derjenigen Weininhaltsstoffe, die auf den Gesamteindruck einen wesentlichen Einfluss haben wie Tannine, Alkohole, Säuren, Aromastoffe (Frucht) und Zucker. Dabei stehen auf der einen Seite Stoffe, die Milde, Süße und Weichheit bewirken, auf der anderen Seite Substanzen, die für Struktur, eine gewisse Härte und Lebendigkeit stehen. Man liest z. B. in Weinbeschreibungen recht oft von einem harmonischen Süße-Säure-Spiel, das einen Wein besonders lebendig und eben nicht fad erscheinen lässt, wobei Süße und Säure jeweils für die beiden genannten Gegensätze stehen. Fehlen also einem Wein, ganz gleich warum, wichtige Komponenten in seinem Repertoire, um einer bestimmten Süße Paroli zu bieten, kann die Süße dermaßen überwiegen, dass das Attribut pappig tatsächlich keine Übertreibung darstellt. Dass vor allem bei einfache(re)n Weinen manchmal bei der Dosierung mit Süßreserve (aus bestimmten Gründen) gern etwas übertrieben wird, steht dann wieder auf einem anderen Blatt.PB20131114

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