panaschüren, panachure

 Symptom der Reisigkrankheit, mehrfarbige Flecken auf den Rebblättern Es gibt das Phänomen, dass Blätter oder Blütenblätter keine einheitliche Farbe aufweisen, sondern Flecken oder Streifen ausbilden wie bei rot-weißen Blütenblättern mancher Tulpenarten, wo es allerdings von der Züchtung so vorgesehen ist. Im Weinbau ist es ein Zeichen von Krankheit, manchmal auch von Nährstoffmangel, wenn die Blätter der Rebe nicht durchgängig grün, sondern mit auffällig hellen Flecken versehen sind. Meist steckt die weltweit am weitesten verbreitete Viruserkrankung der Rebe dahinter, die Reisigkrankheit. Zwar zeigt die Rebe dann noch weitere Symptome wie z. B. Kurzknotigkeit (zu kurzer Abstand der Knospen am Trieb), besonders auffällig für den Betrachter sind jedoch die Flecken an den Blättern, die eine gewisse Mehrfarbigkeit bewirken. Das Wort Panaschüren ist eine Eindeutschung aus dem französischen „Panachure“, was sich wiederum von dem Verb „panacher“ ableitet, und das heißt „etwas mischen“, „bunt mischen“ oder „mehrfarbig machen“, wobei der Effekt bei der Reisigkrankheit genau genommen nicht durch das Hinzufügen, sondern den Entzug einer Farbe (von Chlorophyll) entsteht. Dass es sich um eine Virose handelt, an der mehrere Virenarten beteiligt sind, ist seit rund 60 Jahren bekannt, ebenfalls der Übertragungsweg über Nematoden (Fadenwürmer) aus dem Boden oder über eine Infektion durch das Aufpfropfen auf infizierte Unterlagen. PB20131212

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