Oechslewaage

 Senkwaage zur Bestimmung des Zuckergehaltes in Most Die Oechslewaage ist ein nach dem Prinzip einer Senkwaage arbeitendes Instrument zur Ermittlung der Dichte einer Flüssigkeit. Es ist benannt nach Ferdinand Oechsle, der im Jahr 1835 das zu dieser Zeit unter dem Namen Aräometer prinzipiell existierende Gerät mit einer geeigneten Skala zur Ermittlung des Zuckergehalts eines Mostes versah. Eine geeignete Oechslewaage sollte mindestens 30 cm lang sein; sie besteht aus einem Senkkörper mit einem auf die Skala abgestimmten Gewicht, auf dessen Spindel die Mess-Striche in der Einheit Grad Oechsle aufgetragen sind. Sie beginnt am oberen Teil der Spindel mit 0, der Dichte des Wassers, nach unten fortlaufend mit aufsteigenden Werten für den Zuckergehalt. Je weniger tief also der Senkkörper eintaucht, desto höher sind die Oechslegrade des Mostes, in Wasser taucht die Waage am tiefsten ein und zeigt auf der Skala den Wert Null an.Die Einheit Grad Oechsle gibt an, um wie viel dichter ein Most durch seinen Zuckergehalt ist als Wasser. 1° Oe ist definiert als die Gewichtserhöhung von 1 Liter Most um 1 g, 1 Liter Most mit einem Mostgewicht von 80 °Oe wiegt demnach 1080 Gramm. Versuche, aus den gemessenen Oechslegraden mit einem einfachen Faktor auf den im Most enthaltenen Zucker in g/l und damit auf den möglichen Alkoholgehalt des späteren Weines zu schließen, müssen allerdings wegen der Nichtlinearität des Verhältnisses scheitern (siehe Tabelle unter dem Stichwort Oechsle).Die Skala ist auf eine Messung bei einer Temperatur von 20 °C ausgelegt, bei anderen Temperaturen muss der Wert angepasst werden und zwar (gerundet) pro Grad über 20 °C +0,2 Grad Oechsle, pro Grad unter 20 °C -0,2 Grad Oechsle. Moderne Oechslewaagen verfügen über einen integrierten digitalen Thermometer, der für Temperaturen abweichend von 20 °C den angepassten Wert direkt anzeigen. Für eine korrekte Messung muss die Spindel völlig sauber sein und darf die Gefäßwand nicht berühren. Die Ablesung erfolgt nach einer kurzen Wartezeit im rechten Winkel zur Apparatur und grundsätzlich unter Berücksichtigung des durch die Oberflächenspannung des Mostes hervorgerufenen so genannten Meniskus, den an Gefäß- und sonstigen Wänden leicht aufsteigenden Flüssigkeitsrand. PB20131103 .

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