Netzschwefel

 Oft vorbeugend verwendetes Pflanzenschutzmittel (Kontaktwirkstoff) gegen (Kräusel-)Milben und Pilzbefall Als Netzschwefel bezeichnet man weißliche Schwefelkristalle, die entstehen, wenn reiner Schwefel gemahlen und erhitzt wird und danach in kaltem Wasser auskristallisiert. Die Fähigkeit, eine Oberfläche zu benetzen, wird allerdings erst durch die Zugabe von speziellen Netzstoffen in die Lösung aus Schwefelkristallen und Wasser erreicht. Die meisten diesbezüglichen Zusätze, beispielsweise polymerisiertes Pinienöl, erhöhen gleichzeitig die Haftung auf der Oberfläche und damit die Regenfestigkeit. Bewerkstelligt wird dies durch einen klebrigen, leicht elastischen Film, der sich mit der Wachsschicht der Blätter verbindet und um den Netzschwefel (oder andere Präparate) herumlegt. Netzschwefel gilt als ungiftig für Bienen und viele andere Nützlinge (eingeschränkt allerdings bei Raubmilben) und darf demzufolge im ökologischen Weinbau eingesetzt werden. Für Reben wird als prophylaktische Austriebsspritzung eine 1- bis 2-prozentige Lösung hergestellt (Einrühren des Schwefels in die entsprechende Wassermenge), als Vorblütenspritzung genügt eine etwa 0,6-prozentige Lösung, für weitere Behandlungen bis längstens Mitte August wird bei geringerem Bedarf eine 0,1- bis 0,2-prozentige Lösung verwendet, bei starkem Befall bis zum Doppelten. Netzschwefel sollte bei hohen Temperaturen und gleichzeitig direkter Sonneneinstrahlung nicht verwendet werden (Verbrennungen an den Reben), ebenso bei Kälte, weil das Mittel dann schlecht oder gar nicht wirkt; bei stärkerem Regen kann es trotz wirksamer Zusätze zu Abwaschungen kommen. Die Karenzzeit (bis zur Lese) beträgt bei Reben mindestens drei Wochen, je nach Präparat auch länger. PB20131024

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