Minimalschnitt

 Methode zur minimalen Bewirtschaftung von Rebanlagen (Schnitt und Pflege)Minimalschnitt ist eine Methode, die u. a. in Australien schon seit über 25 Jahren angewandt wird; sie zielt auf eine komplett maschinelle Bewirtschaftung und lässt eine Feinregulierung der Anlage nur mit größerem manuellen Aufwand zu, den man damit aber gerade vermeiden möchte. Die Methode ist deshalb eher zur Produktion einfacherer Weine oder auch von Sektgrundweinen geeignet.  Wesentliche Voraussetzungen für die Anwendung von Minimalschnitt sind die Eignung der Rebsorte (verrieselungsanfällige Sorten), breite Gassen (über 3 m), eine massiv verstärkte Drahtrahmenunterstützung und grundsätzlich für den Vollerntereinsatz geeignete Flächen. Zur Umstellung einer Anlage auf Minimalschnitt verbleiben während der letzten Laubarbeiten im Spätsommer zunächst möglichst lange, weit oben am Rebstock befindliche Triebe, die sich später zu einer Art Zopf zusammenwickeln lassen müssen, was für die nächsten Jahre die Grundlage für die Stabilität und der Ansatz für den maschinellen Schnitt des Systems ist. Beim Minimalschnitt bleiben statt der immer noch großzügig bemessenen 16 bis 20 Augen pro Stock deutlich über 100 (und mehr) stehen, was die Rebe aber mit der Ausprägung von weniger und kleineren Trauben bzw. Beeren zu einem gewissen Grad ausgleicht. Gleichzeitig vergrößert sich die Blattfläche um etwa das Vierfache, was für die Versorgung der großen Mengen auch notwendig ist. Die Erträge lagen bei einem in Franken über fünf Jahre laufenden Vergleich mit der herkömmlichen Methode um 30 bis 50 % höher, bei etwas niedrigeren Mostgewichten, allerdings mit einer um ca. 14 Tage verzögerten Reife; sensorisch unterschieden sich die Weine kaum, dafür musste nur etwa ein Viertel an Arbeitszeit aufgebracht werden. In der Zusammenfassung des Vergleichs wurde auch erwähnt, dass durch die Methode keine erhöhte Anfälligkeit der Rebstöcke gegen Frost oder Krankheiten beobachtet wurde und Trockenstress nur im Zusammenhang mit dauerbegrünten Gassen verstärkt auftrat.PB20130923

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